Russisch verliert an Sachsens Schulen weiter an Bedeutung
Russisch an Sachsens Schulen: Bedeutungsverlust hält an

Die russische Sprache verliert an Sachsens Schulen weiter an Bedeutung. Wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte, lernten im Schuljahr 2023/24 nur noch rund 6.000 Schülerinnen und Schüler Russisch als Fremdsprache. Das ist ein Rückgang von mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als noch etwa 7.500 Schüler Russischunterricht erhielten.

Rückgang setzt sich fort

Der Abwärtstrend ist nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahren war die Zahl der Russischlernenden kontinuierlich gesunken. Während im Schuljahr 2019/20 noch rund 10.000 Schüler Russisch belegten, sind es nun nur noch gut die Hälfte. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits hat der Krieg in der Ukraine zu einer veränderten Wahrnehmung Russlands geführt, andererseits gewinnen andere Fremdsprachen wie Spanisch oder Chinesisch an Attraktivität.

Englisch bleibt die Nummer eins

Unangefochtene Spitzenreiterin unter den Fremdsprachen bleibt Englisch. Fast alle sächsischen Schüler lernen Englisch als erste oder zweite Fremdsprache. Dahinter folgen Französisch und Latein, die ebenfalls stabile Schülerzahlen verzeichnen. Russisch liegt mittlerweile nur noch auf dem vierten Platz, noch vor Spanisch, das aber stark im Kommen ist.

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Die sächsische Bildungsministerin Christiane Piwarz (CDU) zeigte sich besorgt über die Entwicklung. „Russisch ist eine wichtige Sprache, nicht nur wegen der geografischen Nähe zu Osteuropa, sondern auch aus kulturellen und historischen Gründen“, sagte sie. Man werde prüfen, wie man das Interesse an der Sprache wieder steigern könne. Allerdings seien die Schulen in ihrer Wahlfreiheit bei den Fremdsprachenangeboten eigenständig.

Auswirkungen auf Lehrerstellen

Der Rückgang hat auch Konsequenzen für die Lehrkräfte. Die Zahl der Russischlehrer an sächsischen Schulen ist in den letzten Jahren ebenfalls gesunken. Viele Lehrkräfte wechseln in andere Fächer oder gehen in den Ruhestand. Nachwuchs ist schwer zu finden, da die Zahl der Studierenden mit dem Fach Russisch rückläufig ist. Das Land versucht, mit Stipendien und Werbekampagnen gegenzusteuern, bisher mit mäßigem Erfolg.

An den Grundschulen spielt Russisch kaum eine Rolle. Dort werden vor allem Englisch und Französisch angeboten. An den weiterführenden Schulen ist Russisch oft nur als dritte Fremdsprache wählbar. Experten fordern, Russisch wieder stärker als zweite Fremdsprache zu etablieren, um die Schülerzahlen zu stabilisieren.

Insgesamt lernen in Sachsen rund 320.000 Schüler eine Fremdsprache. Der Anteil der Russischlernenden liegt damit bei unter zwei Prozent. Vor zehn Jahren waren es noch knapp fünf Prozent. Der Trend scheint ungebrochen, und es bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen des Landes fruchten werden.

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