Große Mehrheit der Schulleiter fühlt sich von Politik im Stich gelassen
Schulleiter: Fehlende Unterstützung durch Politik beklagt

Eine aktuelle Studie zeigt: Die überwältigende Mehrheit der Schulleiter in Deutschland fühlt sich von der Politik unzureichend unterstützt. Mehr als 80 Prozent der Befragten sind mit der Unterstützung durch das zuständige Ministerium oder die Schulbehörde „sehr“ oder „eher“ unzufrieden. Dies geht aus dem Schulleitungsmonitor der Wübben-Stiftung hervor, für den 1357 Schulleiter repräsentativ befragt wurden.

Hohe Arbeitsbelastung und Überstunden

Die Arbeitsbelastung der Schulleiter ist enorm: 50,6 Prozent arbeiten 41 bis 50 Stunden pro Woche, 43 Prozent sogar mehr als 50 Stunden. Viele sind zusätzlich zum Führungsjob auch im Unterricht tätig. An Schulen in herausfordernder Lage liegt die Wochenarbeitszeit bei durchschnittlich 54,2 Stunden. Dennoch haben 86 Prozent das Gefühl, nicht genug Zeit für ihre Aufgaben zu haben. Knapp die Hälfte berichtet, Aufgaben auch bei vollem Einsatz nicht ausreichend erfüllen zu können.

Burn-out-Symptome und Wechselgedanken

Ein knappes Fünftel der Schulleiter zeigt Burn-out-Symptome wie Konzentrationsschwierigkeiten oder Motivationsprobleme. 45,5 Prozent fühlen sich „geistig erschöpft“. Die Wechselabsichten sind alarmierend: 17,6 Prozent denken intensiv darüber nach, die Schulleitung abzugeben, 9,5 Prozent suchen bereits aktiv nach einer Alternative. Hauptgründe sind die hohe Arbeitsbelastung (65 Prozent) und Unzufriedenheit mit den Inhalten (44 Prozent), insbesondere Bürokratie und Verwaltungsaufwand.

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Hohe Zufriedenheit mit dem Kollegium

Trotz der Belastung sind 91,2 Prozent „ausgesprochen froh“, an ihrer Schule zu arbeiten, und 81,6 Prozent haben „richtig Freude“ an ihrer Arbeit. Das Vertrauen ins Team ist groß: Über 90 Prozent schätzen die Kompetenz und den Einsatz ihrer Mitarbeiter. Auch die Innovationsbereitschaft ist hoch. Die Unterstützung durch die Schulgemeinschaft wird von über 90 Prozent als gut bewertet, während 37,5 Prozent mit der Schulaufsicht und 46,4 Prozent mit dem Schulträger unzufrieden sind.

Datengestützte Arbeit: Potenzial und Defizite

77,6 Prozent der Schulleiter setzen sich intensiv mit Daten ihrer Schule auseinander, etwa aus Leistungserhebungen oder Schulinspektionen. Allerdings schätzen viele ihre Kompetenz, auf Basis von Daten Veränderungen vorzunehmen, als mittelmäßig oder gering ein. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben-Stiftung, betont: „Die Kultur der Datennutzung ist an jeder dritten Schule noch nicht ausreichend verankert. Das muss sich ändern, um Schüler besser zu unterstützen.“

Die Studie wurde von der Pädagogischen Hochschule der FH Nordwestschweiz in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg, der Universität Konstanz und der PH Thurgau durchgeführt. Sabine Menkens berichtet über gesellschafts-, bildungs- und familienpolitische Themen.

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