Schulplatzvergabe in Berlin: Große Mehrheit der Wünsche erfüllt
Die Aufregung unter den rund 30.000 Berliner Sechstklässlern und ihren Familien hat ein Ende: Die heiß ersehnten Bescheide für die Oberschulplätze sind verschickt. Wie die Berliner Morgenpost erfahren hat, konnte in diesem Jahr für jeden Siebtklässler ein Schulplatz gefunden werden – auch wenn nicht immer der absolute Wunschplatz dabei war. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch verkündete am Donnerstag im Bildungsausschuss erfreuliche Zahlen: 86 Prozent aller Erstwünsche für Oberschulen wurden erfüllt. Noch besser sieht es aus, wenn man die ersten drei Präferenzen betrachtet: 90 Prozent der Sechstklässler erhielten einen Platz an einer ihrer drei Wunschschulen.
Herausforderungen bei der Platzvergabe
Trotz dieser positiven Bilanz müssen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler längere Schulwege in Kauf nehmen. Wie bereits im Vorjahr blieben an vielen Berliner Gymnasien Plätze unbesetzt, während die Integrierten Sekundarschulen (ISS) eine sehr hohe Nachfrage verzeichneten. Diese Verschiebung ist unter anderem auf die verschärften Übergangsregelungen zum Gymnasium zurückzuführen.
Neue Regelung erschwert den Zugang zum Gymnasium
Seit dem vergangenen Jahr können sich nur noch Schülerinnen und Schüler an einem Gymnasium anmelden, die eine entsprechende Empfehlung vorweisen. Diese basiert auf den Noten in Mathematik, Deutsch und der ersten Fremdsprache. Die drei Noten aus dem zweiten Halbjahr der fünften Klasse und dem ersten Halbjahr der sechsten Klasse werden addiert. Liegt die Summe dieser sechs Noten bei maximal 14, ist eine Bewerbung am Gymnasium möglich. Andernfalls bleibt nur die Anmeldung an einer Sekundarschule – ein Ermessensspielraum existiert nicht mehr. Die einzige Alternative ohne Empfehlung ist der Probeunterricht, den in diesem Jahr jedoch erneut nur ein Bruchteil der Teilnehmer bestand.
Schulbauoffensive zeigt Wirkung
Für eine leichte Entspannung der Situation sorgt die Berliner Schulbauoffensive. Bis zum Schuljahr 2025/2026 wurden 32 Schulneubauten fertiggestellt, hinzu kamen 123 bauliche Erweiterungen und 61 neue Sporthallen. Dadurch entstanden insgesamt rund 53.000 zusätzliche Schulplätze. Die Bildungsverwaltung rechnet damit, dass diese Zahl bis zum Beginn des Schuljahres 2026/2027 auf etwa 62.000 ansteigen wird.
Bezirkliche Ergebnisse im Überblick
Wie die Platzvergabe in den einzelnen Bezirken verlief, zeigt die folgende Aufstellung. Bisher haben sich allerdings noch nicht alle Bezirke geäußert.
- Friedrichshain-Kreuzberg: Die Vergabe verlief weitgehend reibungslos, die meisten Erstwünsche wurden erfüllt.
- Steglitz-Zehlendorf: Hier gab es eine hohe Nachfrage nach Gymnasialplätzen, viele Wünsche konnten berücksichtigt werden.
- Tempelhof-Schöneberg: Die Verteilung gestaltete sich ausgewogen, sowohl Gymnasien als auch ISS waren gut nachgefragt.
- Lichtenberg: Der Bezirk konnte die meisten Erstwünsche erfüllen, lediglich vereinzelte Fälle erforderten alternative Lösungen.
- Marzahn-Hellersdorf: Die Sekundarschulen waren besonders gefragt, die Platzvergabe erfolgte planmäßig.
- Reinickendorf: Hier profitierten viele Schüler von den neuen Schulbauprojekten, die zusätzliche Kapazitäten schufen.
- Mitte: Die Vergabe verlief ohne größere Probleme, die meisten Kinder erhielten einen ihrer Wunschplätze.
- Treptow-Köpenick: Der Bezirk meldete eine hohe Zufriedenheit bei der Platzvergabe, nur wenige mussten auf entferntere Schulen ausweichen.
- Charlottenburg-Wilmersdorf: Auch hier konnten die meisten Erstwünsche realisiert werden, die Nachfrage war jedoch stark.
Die Bildungsverwaltung arbeitet weiter daran, die Schulplatzsituation in Berlin zu verbessern. Mit der anhaltenden Schulbauoffensive und den neuen Regelungen soll langfristig eine gerechtere und effizientere Verteilung erreicht werden.



