Der Wechsel von der Grund- auf die Oberschule verläuft auch in diesem Jahr in Berlin mit zahlreichen Enttäuschungen. Wie Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) überraschend im Bildungsausschuss mitteilte, haben 2800 Siebtklässler keinen Platz an ihren Wunschschulen erhalten. Das entspricht etwa jedem zehnten Bewerber.
Erste Zahlen nach Versand der Schulbescheide
Am 10. Juni wurden die Schulbescheide verschickt, doch noch sind nicht alle bei den Familien angekommen. Die Senatorin nannte erste Zahlen aus einer Auswertung der Senatsverwaltung für Bildung. Demnach verfehlte abermals jeder zehnte Bewerber alle drei Wunschschulen. Die genauen Gründe für die Ablehnungen sind noch nicht bekannt, aber die hohe Nachfrage an bestimmten Schulen und die begrenzten Kapazitäten spielen eine Rolle.
Eltern und Schüler enttäuscht
Viele Familien sind enttäuscht, dass ihre Kinder nicht an den bevorzugten Schulen unterkommen. Die Senatorin betonte, dass die Verwaltung bemüht sei, für alle Kinder einen guten Platz zu finden. Sie verwies auf die Möglichkeit, über Nachrückverfahren oder spätere Schulwechsel noch einen Platz an einer Wunschschule zu erhalten. Die endgültige Verteilung der Plätze werde in den kommenden Wochen abgeschlossen.
Die Opposition im Abgeordnetenhaus kritisierte die Situation scharf. Die Bildungspolitikerin der Grünen, Maren Schellenberg, forderte mehr Transparenz bei der Platzvergabe und eine bessere Planung der Schulkapazitäten. Die SPD sprach von einem „unhaltbaren Zustand“ und verlangte ein schnelles Handeln des Senats.
Bildungssenatorin Günther-Wünsch kündigte an, die Daten genau zu analysieren und die Schulen bei der Aufnahme zu unterstützen. Sie appellierte an die Geduld der Eltern und versprach, dass alle Kinder einen Schulplatz erhalten würden, auch wenn es nicht immer der Erstwunsch sei.



