Syrien strebt Sicherheitsabkommen mit Israel an – Guterres kritisiert Golanhöhen-Besetzung
Syrien will Sicherheitsabkommen mit Israel – Guterres kritisiert Golan

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat in einem Interview mit Al-Dschasira angekündigt, ein Sicherheitsabkommen mit Israel anstreben zu wollen. Ein solches Abkommen könne den Weg für einen umfassenden Frieden ebnen, zugleich betonte er, dass Syrien seinen Anspruch auf die Golanhöhen nicht aufgeben werde. Um Israel zu einer ausgewogeneren Politik zu bewegen, wolle seine Regierung eine Staatengruppe einbeziehen, so al-Scharaa.

Seit 1948 befinden sich Israel und Syrien offiziell im Kriegszustand, ein Friedensvertrag wurde nie geschlossen. Die von Israel 1967 besetzten und 1981 annektierten Golanhöhen bleiben ein zentraler Streitpunkt; die Annexion wird international nicht anerkannt.

Hintergrund: Eskalation nach Assad-Sturz und israelische Vorstöße

Im Dezember 2024 stürzte eine Rebellenallianz unter Führung der sunnitisch-islamistischen HTS-Miliz den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Israelische Truppen drangen daraufhin in syrisches Gebiet vor und besetzten strategische Zonen, um ein Sicherheitsvakuum an der Nordgrenze zu verhindern. Die Armee rückte in die von den Vereinten Nationen entmilitarisierte Pufferzone auf syrischem Gebiet vor, einschließlich der syrischen Seite des Berges Hermon, der einen direkten Blick auf Damaskus bietet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Israelische Streitkräfte greifen zudem immer wieder Ziele in Syrien an, um nach eigenen Angaben Waffenlager und militärisches Gerät zu zerstören und mögliche Angriffe zu verhindern. Erst am vergangenen Sonntag beschossen israelische Truppen laut der syrischen Staatsagentur SANA Gebiete in Syrien und zerstörten einen Transformator. Vor etwa einem Jahr eskalierte die Lage, als sunnitische Milizen gewaltsam gegen Drusen in der Provinz Suwaida vorgingen; Israel flog daraufhin Luftangriffe, die unter anderem das Verteidigungsministerium in Damaskus trafen. Damals wurde eine Waffenruhe vereinbart.

Diplomatische Bemühungen und UN-Vermittlung

Bereits Anfang Januar 2026 einigten sich Israel und Syrien auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals unter US-Aufsicht. Dieser soll als Plattform für Geheimdienst-, Sicherheits- und Handelsfragen dienen sowie Streitigkeiten beilegen und Missverständnisse vermeiden. Im September des Vorjahres bestätigten beide Seiten Gespräche über ein Sicherheitsabkommen, das die Präsenz syrischer und israelischer Truppen und Sicherheitskräfte im Grenzgebiet regeln soll.

Syriens Übergangspräsident erklärte zudem, dass seine Regierung keine militärischen Interventionen im Libanon erwäge. Die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz und al-Scharaa standen sich im syrischen Bürgerkrieg als Gegner gegenüber.

Guterres: Golanhöhen sind syrisches Hoheitsgebiet

Die Äußerungen al-Scharaas fielen mit einem Besuch von UN-Generalsekretär Antonio Guterres in Syrien zusammen – dem ersten eines UN-Chefs in dem Land seit 2009. Guterres forderte die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität Syriens. Die Entwicklungen in der Region der Golanhöhen nannte er „absolut inakzeptabel“. „Ich möchte die internationale Gemeinschaft daran erinnern, dass die Golanhöhen syrisches Hoheitsgebiet sind“, sagte er laut einer Mitteilung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration