Berliner Senat will Galeria-Standorte erhalten – aber nicht ohne Veränderung
Berliner Senat will Galeria-Standorte erhalten – aber nicht ohne Veränderung

Vier Galeria-Standorte in Berlin sind bedroht. Der Berliner Senat will die Standorte erhalten, jedoch nicht ohne Veränderungen. Dies geht aus einer exklusiven Recherche der Morgenpost hervor. Besonders betroffen ist der Standort am Alexanderplatz, wo die Eigentümerin Commerz Real bereits Alternativpläne ohne Galeria vorbereitet.

Standort Alexanderplatz: Commerz Real plant Alternativen

Die Commerz Real, Eigentümerin des Warenhauses am Alexanderplatz, arbeitet an einer Alternative für den Fall, dass eine kombinierte Nutzung von Galeria und der Zentral- und Landesbibliothek nicht zustande kommt. Diese Pläne sehen vor, das Gebäude ohne Galeria zu nutzen. Der Senat hingegen möchte den Standort erhalten, allerdings nur unter der Bedingung, dass sich das Warenhauskonzept grundlegend ändert.

Laut Julian Würzer, Investigativ-Reporter der Morgenpost, hat der Senat klare Vorstellungen: „Wir wollen die Galeria-Standorte in Berlin bewahren, aber nicht um jeden Preis. Es muss ein zeitgemäßes Konzept her, das den veränderten Einkaufsgewohnheiten der Berlinerinnen und Berliner Rechnung trägt.“

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Vier Standorte betroffen

Neben dem Alexanderplatz sind drei weitere Galeria-Standorte in Berlin gefährdet: am Kurfürstendamm, in der Schlossstraße und in der Wilmersdorfer Straße. Insgesamt beschäftigt Galeria an diesen Standorten rund 1.200 Mitarbeiter. Der Senat hat angekündigt, mit allen Beteiligten Gespräche zu führen, um eine Lösung zu finden.

Die Eigentümerin Commerz Real bestätigte auf Anfrage, dass sie verschiedene Optionen prüfe. „Wir sind im engen Austausch mit dem Senat und der Galeria-Geschäftsführung. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen“, so ein Sprecher.

Wirtschaftliche Lage von Galeria

Galeria, einst Deutschlands größte Warenhauskette, kämpft seit Jahren mit Umsatzrückgängen. Die Insolvenz des Mutterkonzerns Kaufhof und die Schließung vieler Standorte haben das Unternehmen schwer getroffen. In Berlin sind die Mieten für die großen Flächen hoch, während der Online-Handel den stationären Verkauf unter Druck setzt.

Der Senat sieht den Erhalt der Standorte als wichtiges Signal für die Innenstadtentwicklung. „Ein Warenhaus am Alexanderplatz ist ein Ankerpunkt für den Einzelhandel und die Belebung des Stadtteils“, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft. Allerdings müsse das Konzept modernisiert werden, etwa durch mehr Gastronomie, Events oder Co-Working-Flächen.

Zukunft der Zentral- und Landesbibliothek

Ein möglicher Ausweg für den Standort Alexanderplatz ist die Kombination mit der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB). Die ZLB sucht dringend neue Räume, da ihr jetziger Standort in der Potsdamer Straße zu klein ist. Eine gemeinsame Nutzung des Galeria-Gebäudes könnte beiden Seiten nutzen. Allerdings sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen.

Die Commerz Real hat jedoch bereits einen Plan B: Sollte die Kombination mit der ZLB scheitern, will sie das Gebäude in ein reines Büro- und Geschäftshaus umwandeln. „Wir müssen wirtschaftlich handeln“, so der Sprecher. Der Senat zeigt sich offen für verschiedene Modelle, besteht aber auf einer Einbindung von öffentlichen Nutzungen.

Ausblick

Die Entscheidung über die Zukunft der Galeria-Standorte in Berlin wird in den kommenden Wochen fallen. Der Senat hat angekündigt, bis Ende August eine Grundsatzentscheidung zu treffen. Bis dahin sollen die Gespräche mit allen Beteiligten intensiviert werden. Klar ist: Ohne Veränderungen wird es keine Rettung der Standorte geben.

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