Die Diskussion um die Abrissliste für Neuköllner Schulen sorgt weiterhin für Aufregung. Knapp 100 Menschen verfolgten am Dienstagabend die Sitzung des Neuköllner Bildungsausschusses, in der auch über die umstrittene Liste debattiert wurde. Eltern sind alarmiert, die Opposition spricht von „Dilettantismus“. Das Bezirksamt rechtfertigt sich nun und schiebt die Verantwortung auf den Senat.
Hintergrund der Abrissliste
Die Liste, die den Abriss mehrerer Schulen im Bezirk vorsieht, war Anfang der Woche bekannt geworden. Sie umfasst unter anderem die Hermann-von-Helmholtz-Schule und die Fritz-Karsen-Schule. Der Plan sieht vor, die Gebäude abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen. Eltern und Schulleitungen zeigten sich entsetzt, da sie um den Erhalt der Schulen fürchten.
Reaktion des Bezirksamts
Das Bezirksamt Neukölln verteidigte die Pläne in der Sitzung. „Die Entscheidung über die Abrissliste liegt nicht allein bei uns“, sagte Bezirksstadtrat für Bildung, Jochen Biedermann (Grüne). „Der Senat hat die Rahmenbedingungen vorgegeben. Wir müssen uns an die Vorgaben halten.“ Er betonte, dass die Neubauten den modernen pädagogischen Anforderungen entsprechen würden.
Kritik der Opposition
Die Opposition im Bezirk übte scharfe Kritik. „Das Vorgehen des Bezirks hinterlässt den Eindruck von Dilettantismus“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Martina Müller. „Man kann nicht einfach Schulen abreißen, ohne vorher mit den Betroffenen zu sprechen.“ Sie forderte eine transparente Kommunikation und einen Stopp der Pläne.
Eltern in Sorge
Viele Eltern zeigten sich verunsichert. „Wir haben Angst um die Zukunft unserer Kinder“, sagte eine Mutter, die anonym bleiben möchte. „Die Schulen sind gut erreichbar und haben eine gute Atmosphäre. Ein Neubau an anderer Stelle könnte das zerstören.“ Eine Petition gegen die Abrissliste hat bereits mehrere hundert Unterschriften gesammelt.
Senat als Verantwortlicher
Das Bezirksamt verwies mehrfach auf den Senat. „Die Finanzierung und die grundsätzliche Entscheidung über Schulstandorte liegt beim Senat“, so Biedermann. „Wir setzen nur um, was von oben vorgegeben wird.“ Der Senat hingegen betont, dass die Bezirke eigenverantwortlich handeln können. Eine Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung sagte: „Die Bezirke haben die Hoheit über ihre Schulbauplanung. Der Senat stellt lediglich die Mittel bereit.“
Ausblick
Die Diskussion wird in den kommenden Wochen weitergehen. Der Bildungsausschuss hat eine erneute Sitzung für Anfang August angesetzt. Bis dahin sollen die Betroffenen stärker eingebunden werden. Ob die Abrissliste tatsächlich umgesetzt wird, bleibt vorerst unklar.



