Berliner Siedlung Westend: Streit um Abriss und Leerstand verschärft sich
Alliiertensiedlung Westend: Streit um Abriss und Leerstand

In der Berliner Siedlung Westend am Olympiastadion spitzt sich der Konflikt zwischen der Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen, dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und der Bürgerinitiative zu. Der Bezirk bestätigte, dass auf dem Gelände der Alliiertensiedlung künftig 700 bis 800 neue Wohnungen entstehen sollen – mehr als die bisher geplanten 650. Dafür müssen rund 200 Wohnungen aus den 1950er Jahren abgerissen werden.

Bürgerinitiative kritisiert fehlende Zusagen für Mieter

Die „Bürgerinitiative Siedlung Westend“ äußerte gegenüber dem rbb scharfe Kritik. Steffen Unger von der Initiative erklärte, den alten Mietern sei versichert worden, die neuen Wohnungen zu teils gleichbleibenden Konditionen anmieten zu können. Ein konkretes Angebot liege jedoch nicht vor. Ein Sprecher der Deutschen Wohnen versicherte hingegen, dass Bestandsmieter eine neue Wohnung in der Siedlung beziehen könnten. Knapp die Hälfte der Neubauwohnungen werde zu preisgedämpften Mieten angeboten.

Leerstand von 100 Wohnungen sorgt für Unmut

Ein weiterer Streitpunkt ist der Leerstand in der Alliiertensiedlung. Laut Bürgerinitiative stehen 100 Wohnungen leer. Der Bezirk bestätigte diese Zahl und teilte mit, dass eine Zwischenvermietung wünschenswert gewesen wäre, aber aufgrund des Planungsstandes nachvollziehbar sei. Die Deutsche Wohnen gab an, den Leerstand mit dem Bezirk abgesprochen zu haben. Oliver Schruoffenegger (Grüne), Bezirksstadtrat für Umwelt und Ordnung, kritisierte die Glaubwürdigkeit des Bauherrn: „Es ist höchste Zeit zu sagen: Entweder ihr belegt wieder vorübergehend, oder es gibt Zahlungsverpflichtungen.“ Laut Zweckentfremdungsverbot könnte der Bezirk einmalig bis zu 4.600 Euro pro leer stehenden Quadratmeter verlangen.

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Seit 2013 geplant, wenig passiert

Das Projekt besteht bereits seit 2013, doch bisher fehlt ein Baurecht. Seit knapp fünf Jahren gibt es einen städtebaulichen Vertrag zwischen der Deutschen Wohnen und dem Bezirk. Die Deutsche Wohnen erklärte, dass der Bau Anfang 2028 beginnen könnte, sofern bis dahin alle Genehmigungen vorliegen. Die Bürgerinitiative wirft dem Konzern zudem vor, zu wenig in die bestehenden Wohnungen investiert zu haben – etwa bei Fenstern und Dächern.

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