Kritik an Unterbringung von 7. Klassen in Berliner Oberstufenzentrum
Kritik: 7. Klassen in Berliner Oberstufenzentrum

Die Entscheidung des Schulamts im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf sorgt für Unmut: Zwei siebte Klassen einer neu geplanten Integrierten Sekundarschule (ISS) sollen für zwei Jahre in einem Oberstufenzentrum untergebracht werden. Betroffene Eltern und die politische Konkurrenz üben scharfe Kritik an diesem Vorgehen.

Hintergrund der umstrittenen Entscheidung

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hatte beschlossen, die neue ISS bereits zwei Jahre vor der baulichen Fertigstellung mit Vorläuferklassen zu starten. Diese werden nun in Räumlichkeiten eines Oberstufenzentrums untergebracht – einem Standort, der eigentlich für ältere Schülerinnen und Schüler konzipiert ist. Die betroffenen Siebtklässler sollen dort den Unterricht erhalten, während die eigentliche Schule noch gebaut wird.

Elternvertreter kritisieren, dass die Kinder von der regulären Schulgemeinschaft abgeschnitten seien. „Ihnen wird die Teilhabe am Schulleben genommen“, zitiert der Tagesspiegel betroffene Eltern. Die räumliche Trennung führe zu Isolation und erschwere soziale Kontakte zu Gleichaltrigen. Zudem fehlten altersgerechte Angebote, da das Oberstufenzentrum auf die Bedürfnisse älterer Schüler ausgerichtet sei.

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Kritik von der politischen Opposition

Auch die politische Konkurrenz im Bezirk übt scharfe Kritik. Die Oppositionsfraktionen werfen dem Bezirksamt vor, die Planung der neuen ISS nicht rechtzeitig vorangetrieben zu haben. „Es ist ein Armutszeugnis, dass Kinder nun als Provisorium in einem Oberstufenzentrum unterrichtet werden müssen“, sagte ein Sprecher der oppositionellen Fraktion. Man habe die Eltern und die Öffentlichkeit zu spät informiert und die Entscheidung ohne ausreichende Beteiligung getroffen.

Das Bezirksamt verteidigt die Maßnahme als pragmatische Lösung, um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Man habe nach geeigneten Räumlichkeiten gesucht und sei auf das Oberstufenzentrum gestoßen, das über freie Kapazitäten verfüge. Die zwei Jahre seien eine Übergangszeit, nach der die Klassen in das fertige Schulgebäude umziehen könnten.

Auswirkungen auf den Schulalltag

Die Unterbringung in einem Oberstufenzentrum hat konkrete Folgen für den Schulalltag der Siebtklässler. Sie teilen sich die Räumlichkeiten mit deutlich älteren Schülern, was zu Konflikten führen kann. Auch die Pausenzeiten und die Nutzung von Sportstätten müssen koordiniert werden. Eltern befürchten, dass ihre Kinder in diesem Umfeld nicht optimal gefördert werden können.

Die Schulleitung des Oberstufenzentrums zeigt sich kooperationsbereit, betont aber, dass die Integration der jüngeren Schüler eine Herausforderung darstelle. Man werde versuchen, den Siebtklässlern einen eigenen Bereich zur Verfügung zu stellen, um ihnen eine gewisse Eigenständigkeit zu ermöglichen.

Forderungen der Eltern und Opposition

Eltern und Opposition fordern das Bezirksamt auf, alternative Lösungen zu prüfen. Dazu gehören die Anmietung von Containern oder die Nutzung anderer freier Schulgebäude im Bezirk. Auch eine zeitliche Verschiebung des Schulstarts wird ins Gespräch gebracht. „Es kann nicht sein, dass die Kinder die Leidtragenden einer schlechten Planung sind“, so ein Elternvertreter.

Das Bezirksamt zeigt sich jedoch wenig kompromissbereit. Man habe alle Optionen geprüft und das Oberstufenzentrum sei die einzig realisierbare Lösung. Der Schulstart sei für das kommende Schuljahr fest geplant.

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