Selbstständige arbeiten am längsten: 44,5% über 49 Stunden
Selbstständige arbeiten am längsten: 44,5% über 49 Std

Im vergangenen Jahr haben 7,1 Prozent der rund 30 Millionen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland regelmäßig 49 Stunden oder mehr pro Woche gearbeitet. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Damit liegt die tatsächliche Arbeitszeit vieler Erwerbstätiger deutlich über der verbreiteten 40-Stunden-Woche.

Selbstständige mit Abstand die größte Gruppe der Vielarbeiter

Besonders stark fallen die langen Arbeitszeiten bei Selbstständigen ins Gewicht. Unter den Selbstständigen mit Beschäftigten arbeiteten 44,5 Prozent mindestens 49 Stunden pro Woche. Bei den Soloselbstständigen waren es 23,0 Prozent. Zum Vergleich: Unter den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern lag der Anteil bei lediglich 4,1 Prozent. Im Durchschnitt betrug die Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen im vergangenen Jahr 40,2 Stunden.

Ältere Erwerbstätige arbeiten länger

Die Arbeitszeit variiert auch stark nach Altersgruppen. „Generell gilt: je älter die Erwerbstätigen, desto länger die Arbeitszeiten“, erklärten die Statistiker. Während nur 1,4 Prozent der 15- bis 24-jährigen Vollzeiterwerbstätigen 49 Stunden oder mehr arbeiteten, lag dieser Anteil bei den 55- bis 64-Jährigen bei 9,6 Prozent. Als einen Grund nannten die Statistiker den hohen Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in höheren Altersgruppen und bei Männern zu finden sind.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Abendarbeit häufiger bei Selbstständigen mit Beschäftigten

Selbstständige mit Beschäftigten arbeiten auch häufiger am Abend: 30,8 Prozent von ihnen waren regelmäßig zwischen 18 und 23 Uhr tätig. Bei den Arbeitnehmern war es hingegen nur gut jede siebte Person (13,4 Prozent). Bei der Nachtarbeit von 23 bis 6 Uhr glichen sich die Anteile an: 4,2 Prozent der Selbstständigen mit Beschäftigten und 4,3 Prozent der Arbeitnehmer arbeiteten in diesem Zeitraum.

Unfreiwillige Teilzeitarbeit rückläufig

Nicht nur zu lange, sondern auch zu kurze Arbeitszeiten können zur Belastung werden. „Teilweise wird kürzer gearbeitet, weil gerade keine Tätigkeit mit höherer Stundenzahl zu finden ist“, betonten die Statistiker. Für 4,9 Prozent aller gut 13 Millionen Teilzeiterwerbstätigen war 2025 die Teilzeitarbeit eine Notlösung, weil sie keine Vollzeitstelle fanden. Im Vergleich zu 2015 hat sich dieser Anteil mehr als halbiert (2015: 12,9 Prozent).

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration