Ein linker Jugendkongress an der Technischen Universität Berlin (TU) sorgte für Diskussionen, findet aber nun nach einem Kompromiss statt. Der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband (SDS) und die Hochschule einigten sich darauf, dass der Kongress unter dem Motto „Take back the future“ von Freitagabend bis Sonntag stattfinden kann. Allerdings werden vier Programmpunkte außerhalb des Campus durchgeführt, um den Kongress insgesamt nicht zu gefährden, wie ein SDS-Sprecher mitteilte.
Druck von außen und Kompromiss
Ursprünglich sollten laut Veranstalter 14 Veranstaltungen gestrichen werden. Der SDS berichtet von Druck von außen: Ein Anwalt, der der AfD nahestehen soll, habe die Universität mit rechtlichen Schritten bedroht und sich auf das Gebot politischer Neutralität berufen. Die TU bestätigte, dass das Programm in Abstimmung mit den Veranstaltern angepasst wurde, um parteipolitischen Streit vom Campus fernzuhalten. Eine Sprecherin äußerte sich nicht zu konkreten Punkten oder einer möglichen Drohung des Anwalts.
Kritik an der Neutralität
Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte das Vorgehen: „Staatliche Neutralität bedeutet nicht, demokratische und antidemokratische Positionen gleichzusetzen.“ Ähnlich äußerte sich Nicole Gohlke, bildungspolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion. Sie warf der TU vor, das Neutralitätsgebot als „Waffe gegen kritische Auseinandersetzungen mit der AfD“ einzusetzen und die Wissenschaftsfreiheit zu gefährden.
Mehr als 1.700 Menschen haben sich für den Kongress angemeldet, der rund 90 Vorträge zu Themen wie Feminismus, Faschismus, Krieg und Wehrpflicht umfasst. Der SDS ist der Studierendenverband der Partei Die Linke.



