Jetzt wissen wir endlich, mit wem wir es in der KO-Runde zu tun haben: Seit Freitagnacht ist klar: Wir spielen am Montag in Boston gegen Paraguay! Hoffentlich wird das nicht der nächste Südamerika-Schock nach der 1:2-Pleite gegen Ecuador... BILD stellt unseren Gegner vor: Keine Superstars - aber eine eklige Truppe mit viel Zweikampfhärte!
Frühere Stars und heutige Leistungsträger
Früher hatte Paraguay durchaus klangvolle Namen. In Deutschland natürlich besonders bekannt die Stürmer Roque Santa Cruz (44) und Nelson Valdez (42). Santa Cruz stürmte für Bayern, gewann mit ihnen 2001 die Champions League. Die Band Sportfreunde Stiller widmete ihm einst den Song „Ich, Roque“. Krass: Santa Cruz ist immer noch aktiver Profi, spielt in der ersten Paraguay-Liga für Club Nacional. In der Nationalelf ist er aber seit 2016 nicht mehr dabei, er machte insgesamt 112 Länderspiele. Valdez spielte für Werder und Dortmund, war zuletzt Co-Trainer bei Werders U23. Der wohl bekannteste Spieler war Kult-Torwart José Luis Chilavert (60), der für seine brandgefährlichen Freistöße berühmt war und in seiner Karriere 62 (!) Tore erzielte.
Heute hat Paraguay keine ganz großen Namen mehr. Die wichtigsten Leistungsträger sind Offensiv-Rakete Julio Enciso (23, Racing Straßburg, 25 Mio Marktwert) und Verteidiger Omar Alberete (29, Sunderland, 13 Mio). Gut für Deutschland: Der wichtige Mittelfeld-Motor Diego Gomez (Brighton, 25 Mio) ist nach zwei Gelben Karten in der Gruppenphase gegen Deutschland gesperrt.
Trainer setzt auf Defensive
Keine Topstars, dafür aber eine junge Truppe, die physisch stark ist - und vermutlich ähnlich unangenehm wie Ecuador. Der erfahrene Nationaltrainer Gustavo Alfaro (63/Argentinier) setzt vor allem auf kompakte Defensive und Zweikampfhärte, sein Team verteidigt leidenschaftlich und spielt taktisch sehr diszipliniert. Klappt aber nicht immer: Zum Start in die WM gab es eine deftige 1:4-Pleite gegen die USA, Paraguay wurde von den Amerikanern regelrecht überrannt. Es folgte aber eine dicke Überraschung: Gegen Favorit Türkei siegte Paraguay mit 1:0: Nach frühem Tor in der zweiten Minute lieferten die Südamerikaner eine Abwehrschlacht und siegten. Und das trotz kurioser Roter Karte: Paraguays Almiron hatte sich kurz vor der Pause in einem Wortgefecht die Hand vor den Mund gehalten - laut neuer FIFA-Regel Rot! Im letzten Gruppenspiel gab es dann ein müdes 0:0 gegen Australien, das beiden Teams zum Weiterkommen reichte.
Bilanz und Vorbereitung
Unsere Bilanz gegen Paraguay: Es gab erst zwei Spiele! Bei der WM 2002 siegten wir unter Teamchef Rudi Völler (66) im Achtelfinale 1:0 durch ein Tor von Neuville. In einem Testspiel 2013 gab es ein 3:3.
Gut für Julian Nagelsmann (38): Er und sein Team können sich durch den feststehenden Gegner jetzt einen ganzen Tag länger vorbereiten. In New York hatte Nagelsmann noch gemeckert: „Jeder kann sich vorstellen, dass es bessere Konstellationen gibt, als Samstagnacht durchzuschrubben, um dann am Sonntag der Mannschaft den Gegner vorzustellen. Das ist selbstredend, dass das nicht optimal ist.“ Ganz sicher wird sich das Trainerteam um Nagelsmann jetzt am Samstag die Paraguay-Spiele nochmal genau anschauen - vor allem den Überraschungs-Sieg gegen die Türkei. Klar ist aber: Paraguay müssen wir schlagen - sonst wäre das Aus fast so blamabel wie 2018 und 2022.



