Schongau: Mutmaßliche Amoktat am Gymnasium – Motiv weiterhin unklar
Schongau: Mutmaßliche Amoktat – Motiv unklar

Bei einer mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau sind am Donnerstag zwei Mädchen schwer verletzt worden. Ein 16-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen. Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) handelt es sich möglicherweise um einen ehemaligen Schüler der Schule. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar.

Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Gegen 12.50 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf über eine Gewalttat am Gymnasium ein. Wenig später waren die Beamten mit einem Großaufgebot vor Ort und fanden die beiden schwer verletzten Mädchen. Der mutmaßliche Täter war nach ersten Erkenntnissen mit einem Messer und einer Schusswaffe bewaffnet. Die Tatwaffe war das Messer, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Polizei durchsuchte das Schulgelände mit bewaffneten Spezialkräften, um auszuschließen, dass es weitere Täter gibt.

Opfer außer Lebensgefahr

Die beiden verletzten Mädchen, von denen eines mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden war, schwebten am Nachmittag nicht mehr in Lebensgefahr. Das bestätigte die Polizei. Viele Schüler wurden Zeugen der Tat und werden nun psychologisch betreut – ebenso wie Lehrer und Einsatzkräfte.

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Motivsuche läuft auf Hochtouren

Das Motiv für die Tat ist weiterhin unklar. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen und prüft, ob es eine Vorbeziehung zwischen dem Jugendlichen und den beiden verletzten Mädchen gab. Laut Innenminister Herrmann war der 16-Jährige in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung. Ob es weitere Verletzte gibt, ist zunächst nicht bekannt.

Schongau unter Schock

Die Kleinstadt mit rund 12.000 Einwohnern steht unter Schock. Der Bereich um die Schule war weiträumig abgesperrt, Hubschrauber kreisten über dem Ort. Für Angehörige und Eltern wurde eine Anlaufstelle beim Feuerwehrhaus eingerichtet. Das Welfen-Gymnasium, das etwa 800 Schüler von mehr als 80 Lehrkräften unterrichtet, liegt nur wenige hundert Meter von der Altstadt entfernt. In der Nachbarschaft befinden sich auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.

Das Gymnasium hat sich nach eigenen Angaben besonders der Gewaltprävention verschrieben. Auf der Homepage heißt es: „Unsere Schule fördert aktiv Medien-, Gewalt- und Suchtprävention.“ Alle 7. Klassen nehmen an einem Gewaltpräventionsprojekt mit der Polizei und dem Jugendzentrum teil, das den Namen „zammgrauft“ trägt. Dabei sollen die Schüler für verschiedene Formen von Gewalt sensibilisiert werden.

In Bayern laufen die letzten Wochen des Schuljahres. Die Abiturienten haben bereits am 26. Juni ihre Zeugnisse erhalten, die restlichen Schüler folgen am 31. Juli. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheit an Schulen und die Frage nach wirksamen Präventionsmaßnahmen.

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