Tokios Putzarmeen: Vorbild für Berlin gegen Müll?
Tokios Putzarmeen: Vorbild für Berlin gegen Müll?

Die Berliner sind unzufrieden mit dem Zustand ihrer Stadt: Sechs von zehn Einwohnern befürworten laut einer Umfrage höhere Bußgelder gegen Müllverursacher, die Hälfte der Befragten wünscht sich außerdem mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt. Die S-Bahn in der deutschen Hauptstadt startete zuletzt ein Sofortprogramm mit Reinigungsstreifen. Die regierende CDU kam auf die Idee, Sozialhilfeempfänger könnten doch mal putzen. Ein Aufschrei war programmiert.

Tokios Putzarmeen als Vorbild

In Tokio hingegen setzt man auf Freiwilligkeit. Die Bewohner der japanischen Hauptstadt sind zusehends gereizt über das Verhalten von Touristen, die ihre Abfälle achtlos wegwerfen. Statt auf staatliche Ordnungskräfte zu warten, haben sich zahlreiche Anwohner zu Putzarmeen zusammengeschlossen, die regelmäßig die Straßen säubern.

Selbstorganisation statt Bürokratie

Diese freiwilligen Putzkolonnen sind ein Ausdruck des bürgerschaftlichen Engagements in Tokio. Sie treffen sich an festgelegten Tagen, um Parks, Einkaufsstraßen und öffentliche Plätze von Müll zu befreien. Die Initiative geht oft von lokalen Vereinen oder Nachbarschaftsgruppen aus, die die Verantwortung für ihre Umgebung übernehmen.

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Könnte Berlin von Tokio lernen?

Die Frage, ob Tokios Modell ein Vorbild für Berlin sein könnte, wird in der deutschen Hauptstadt kontrovers diskutiert. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, die Müllproblematik ohne zusätzliche Kosten für die Stadt zu lösen. Kritiker hingegen bezweifeln, dass die Berliner zu ähnlichem Engagement bereit wären. Einig sind sich beide Seiten, dass die aktuelle Situation unbefriedigend ist.

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