Das Attentat und seine Opfer
Am 22. Juli 2016 lockte der 18-jährige Ali Sonboly mit einem gefälschten Facebook-Profil Jugendliche zum Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Unter dem Vorwand, einen Gewinn abholen zu können, brachte er sie zu einem McDonald's-Restaurant. Dort eröffnete er das Feuer und tötete neun Menschen, darunter die 14-jährige Armela Segashi. Sie war mit Freundinnen essen gegangen – ein harmloser Ausflug, der ihr zum Verhängnis wurde. Insgesamt forderte der Amoklauf zehn Todesopfer, inklusive des Täters, der sich selbst erschoss.
Der Schmerz der Familie Segashi
Armelas Vater Smaij Segashi leidet bis heute unter dem Verlust. „Jeden Abend sprechen wir mit unserer toten Tochter“, sagt er im Interview mit BILDplus. Er stellt sich vor, dass sie im Himmel ist, und erzählt ihr von seinem Tag. Diese Routine hilft ihm, die Trauer zu bewältigen. Besonders quält ihn eine Entscheidung: Er hatte Armela an jenem Tag erlaubt, mit ihren Freundinnen auszugehen. „Ich bereue es zutiefst“, gesteht er. „Hätte ich sie nicht gehen lassen, wäre sie noch am Leben.“
Der Gedenktag und die Erinnerung
Zum zehnten Jahrestag des Attentats gedenken die Angehörigen der Opfer mit einer stillen Zeremonie am Tatort. Smaij Segashi nimmt jedes Jahr teil. „Es ist wichtig, dass die Welt nie vergisst, was passiert ist“, sagt er. Die Familie hat ein kleines Denkmal für Armela in ihrem Garten errichtet. „Wir zünden Kerzen an und legen Blumen nieder – das hält ihre Erinnerung lebendig.“
Die Folgen des Attentats
Der Amoklauf von München war einer der schwersten in der deutschen Geschichte. Er führte zu einer Verschärfung der Waffengesetze und einer intensiven Debatte über psychische Gesundheit bei Jugendlichen. Ali Sonboly war psychisch krank und hatte in der Vergangenheit Gewaltfantasien geäußert. Dennoch konnte er legal an eine Waffe gelangen. Die Polizei wurde später für ihr Vorgehen kritisiert, da es zunächst Verwirrung über die Täterzahl gab. Heute erinnert eine Gedenktafel am Olympia-Einkaufszentrum an die Opfer.
Wie die Familie weitermacht
Trotz des unermesslichen Schmerzes versucht die Familie Segashi, nach vorne zu schauen. „Wir müssen stark sein für unsere anderen Kinder“, sagt Smaij. Armelas jüngere Schwester trägt ihren Namen als Zweitnamen. „Sie ist unser Engel“, so der Vater. Der Jahrestag ist für sie jedes Mal eine emotionale Achterbahnfahrt. „Aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Armela würde nicht wollen, dass wir aufgeben.“



