Die Olympia-Fans in Deutschland müssen sich umstellen: ARD und ZDF werden von den nächsten vier Olympischen Spielen keine Wettkämpfe live übertragen. Der Rechte-Inhaber Discovery, Mutterkonzern von Eurosport, will die Spiele exklusiv senden. Dies betrifft die Winterspiele 2018 und 2022 sowie die Sommerspiele 2020 und 2024.
Bereits 2015 hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Medienrechte für den europäischen Markt an Discovery vergeben. Der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach begründete dies mit dem Angebot, das sich an der Olympischen Agenda 2020 orientiere. Discovery zahlte 1,3 Milliarden Euro für das exklusive TV-Rechtepaket.
Die Verhandlungen über Sublizenzen für ARD und ZDF scheiterten am Geld. Nach dpa-Informationen boten die öffentlich-rechtlichen Sender rund 200 Millionen Euro für die Rechte von 2018 bis 2024, während Discovery etwa 300 Millionen Euro forderte. Eine Einigung kam nicht zustande.
Eurosport plant, die Spiele im Free-TV auf Eurosport 1 und DMAX zu zeigen, ergänzt durch Pay-TV auf Eurosport 2 und die kostenpflichtige Plattform Eurosport Player. Das IOC verlangt mindestens 100 Stunden Free-TV bei Winterspielen und 200 Stunden bei Sommerspielen. Eurosport verspricht, diese Vorgaben zu übertreffen, doch viele Wettkämpfe werden nur gegen Bezahlung zu sehen sein.
Für Zuschauer, die alle Wettkämpfe sehen wollen, entstehen zusätzliche Kosten: Der Eurosport Player kostet 5,99 Euro monatlich oder 59,99 Euro im Jahr. Eine Senkung des Rundfunkbeitrags von derzeit 17,50 Euro ist kurzfristig nicht zu erwarten, da die Länderparlamente erst Ende Oktober eine moderate Senkung abgelehnt haben.
Deutsche Sportfunktionäre zeigen sich besorgt, dass Eurosport die Berichterstattung weniger auf deutsche Athleten konzentrieren könnte und dass ARD und ZDF wegen der fehlenden Olympia-Rechte auch andere Sportarten weniger zeigen könnten.



