Schwere Gewitter und Unwetter in Deutschland
Kurz vor dem meteorologischen Sommeranfang haben teils schwere Gewitter über Deutschland hinweggefegt. Besonders betroffen waren der Süden und die Mitte des Landes. Bei einem schweren Verkehrsunfall auf regennasser Straße bei Karlsruhe kamen zwei Menschen ums Leben. In Osnabrück sorgte ein Blitzeinschlag in eine Kirche während einer Tauffeier für einen Schreckmoment, blieb aber ohne Verletzte.
Unfall auf der B35: Zwei Tote durch Aquaplaning
Auf der Bundesstraße 35 bei Bruchsal, nördlich von Karlsruhe, ereignete sich ein folgenschwerer Unfall. Nach Angaben der Polizei geriet das Auto eines 65-jährigen Mannes aufgrund von Aquaplaning während eines Unwetters auf die Gegenfahrbahn. Dort kollidierte es mit einem Fahrzeug, in dem ein 55-jähriger Mann und eine 54-jährige Frau saßen. Beide Insassen des entgegenkommenden Wagens kamen bei dem Zusammenstoß ums Leben. Der Unfallverursacher wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die Bundesstraße blieb für mehrere Stunden gesperrt.
Aquaplaning entsteht, wenn sich bei nasser Fahrbahn ein Wasserfilm zwischen Autoreifen und Straße bildet. Die Reifen können das Wasser nicht mehr schnell genug verdrängen, das Auto verliert die Bodenhaftung und wird unlenkbar.
Blitzeinschlag in Osnabrücker Kirche während Tauffeier
In Osnabrück erlebten die Gäste einer Tauffeier in der Pauluskirche einen besonderen Schreckmoment. Ein Blitz schlug in die Kirche ein, während die Feier stattfand. Nach Polizeiangaben gab es plötzlich einen lauten Knall, und einige Anwesende nahmen kurzzeitig Brandgeruch wahr. Die Feuerwehr konnte jedoch keine Schäden feststellen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei berichtete, dass einige Beteiligte mit einem Schmunzeln von einem eindrucksvollen „himmlischen Gruß“ sprachen.
Zur gleichen Zeit schlug auch ein Blitz in den Dachstuhl eines Wohnhauses in Melle im Landkreis Osnabrück ein. Auch hier gab es keine Verletzten, jedoch einen Brand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde.
Unwetter in Bayern und Nordrhein-Westfalen
In Bayern sorgte der Wetterumschwung nach der Hitze für zahlreiche Einsätze. Heftige Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen entwurzelten Bäume, beschädigten Fahrzeuge und behinderten den Verkehr. In Niederbayern traf ein heruntergefallener Balken eines Kirchengerüsts ein Ehepaar und verletzte es leicht. Auf der Autobahn 3 bei Velburg in der Oberpfalz knickten drei Strommasten durch das Unwetter um.
Auch in Nordrhein-Westfalen gab es witterungsbedingte Einsätze, insbesondere im Kreis Soest. Rund 200 Einsatzkräfte waren am Sonntagnachmittag bis in die Abendstunden damit beschäftigt, die Folgen des Starkregens und umgestürzter Bäume zu beseitigen. Die Bahnstrecke zwischen Unna und Soest wurde gesperrt; eine Wiedereröffnung war zunächst nicht absehbar.
Wetterausblick: Beruhigung zum Sommeranfang
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte für den Abend weiterhin vor teils kräftigen Gewittern mit lokaler Unwettergefahr im Süden, in der Mitte und im Westen. In der Nacht zum Montag könnten von den Alpen bis zur östlichen Mitte noch Schauer und Gewitter auftreten, teils mit mehrstündigem Starkregen. Am Montag, dem meteorologischen Sommeranfang, sollen die Gewitter jedoch nachlassen. Der Sommer startet nach Angaben des DWD mit einem großen Auf und Ab.



