Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana mit 41 Toten in der Silvesternacht soll die betroffene Bar in ein Jugendzentrum umgewandelt werden. Der Regierungschef des Kantons Wallis, Christophe Darbellay, erklärte gegenüber der Zeitung „Le Temps“, die Bar „Le Constellation“ werde „nie wieder eine Bar sein“. Stattdessen solle daraus ein Ort werden, „der der Jugend gewidmet ist“.
Unglücksort wird zu Gedenkstätte und Jugendtreff
Im Untergeschoss der Bar war in der Silvesternacht ein Brand ausgebrochen, der 41 Menschen, zumeist junge Menschen, das Leben kostete. 115 weitere Personen wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Feuerwerksfontänen, die an Flaschen befestigt waren, die mit Schaumstoff verkleidete Decke entzündet haben. Die Kantonsbehörden planen zudem ein Denkmal für die Opfer. Darbellay sagte, es solle „schön, friedlich und zugänglich“ sein, um ein „würdiges“ Gedenken an die Toten, Verletzten und Helfer zu ermöglichen. Für den 1. Januar, den ersten Jahrestag der Katastrophe, ist eine Gedenkfeier vorgesehen.
Ermittlungen gegen Betreiber und Behörden
Gegen das Inhaberpaar Jacques und Jessica Moretti wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung ermittelt. Auch gegen weitere mutmaßlich Verantwortliche laufen Ermittlungen. Die Gemeinde hat eingeräumt, dass seit 2019 keine Brandschutzkontrollen in der Bar stattfanden, obwohl diese jährlich vorgeschrieben sind. Die Anwälte von Opfern und Angehörigen kritisieren die schleppenden Ermittlungen. Fünf Monate nach dem Brand gibt es noch keine formelle Anklage. „Einige Eltern wollen nicht mehr warten“, sagte Anwalt Sébastien Fanti Anfang Juni. Daher würden nun Klagen in anderen Ländern wie Frankreich eingereicht, in der Hoffnung auf schnellere Verfahren.



