Hunderttausende feierten den CSD – dann kam die Katastrophe
Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin zog am Samstag bis zu 700.000 Menschen an. Veranstalter und Polizei nannten keine exakte Zahl, doch die Innenstadt war überfüllt. Nach einer Demonstration durch die City sollte auf der Straße des 17. Juni sowie im Tiergarten gefeiert werden. Stars wie Sarah Connor traten auf. Doch gegen 22 Uhr brach das Fest abrupt ab.
Weißer Transporter rast durch den Tiergarten
Die Polizei meldete einen Großeinsatz im Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz. Ein weißer Wagen war über die Straße Ahornsteig parallel zur Lennéstraße gefahren und hatte mehrere Menschen an- oder umgefahren. Erst mit einem Baum kam das Fahrzeug zum Stillstand. Der genaue Tathergang und die Hintergründe sind noch Gegenstand der Ermittlungen.
Eine Tote, 16 Verletzte – darunter drei Lebensbedrohliche
Eine Frau erlag noch vor Ort ihren Verletzungen, eine Reanimation blieb erfolglos. Die Feuerwehr zählte mindestens 16 verletzte Personen: drei mit lebensbedrohlichen, acht mit schweren und fünf mit leichten Verletzungen.
Flüchtiger Fahrer: Polizei identifiziert Verdächtigen
Der Fahrer des Transporters flüchtete. Polizeisprecher Florian Nath erklärte auf X: „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen.“ In der Nacht teilte die Polizei mit, sie habe einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert: Abdul B., ein polizeibekannter Mann, der der islamistischen Szene Berlins zugerechnet wird. Seit dem Morgen läuft eine öffentliche Fahndung.
Offene Fragen: Komplizen und zweite Tatphase
Ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob Komplizen beteiligt waren, ist unklar. Die Polizei prüft zudem, ob es nach der Fahrt eine „zweite Tatphase“ gegeben hat. Zeugen berichteten von am Boden liegenden Menschen mit Stichverletzungen. Die Ermittler prüfen diese Angaben.
Motiv: Ermittlungen wegen Anschlagsverdachts
Die Behörden ermitteln „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“. Der Verdächtige wird der islamistischen Szene zugerechnet, wie ein Polizeisprecher sagte. Das genaue Motiv war am Morgen noch unklar.
Sicherheitsmaßnahmen: 250 Sperren, aber keine Lücken?
Ein Polizeisprecher betonte, es seien rund 250 Zufahrtsschutzsperren um das CSD-Gelände auf der Straße des 17. Juni aufgestellt worden. „Es ist deshalb besonders tragisch, dass es zu diesem Vorfall kommen konnte“, so der Sprecher. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich überzeugt: „Ich glaube, der CSD war sehr gut gesichert.“
CSD abgesagt: Keine Veranstaltungen am Sonntag
Die für Sonntag geplanten Aktionen – ein großes Frühstück und eine Reinigungsaktion im Tiergarten – wurden aufgrund der Vorkommnisse ersatzlos gestrichen.



