Während der neue Siemens-Campus mit fast 4000 Wohnungen, einer neuen S-Bahn und neuen Schulen und Kitas wächst, bleibt der alte Ortskern am U-Bahnhof Siemensdamm trist. Der Bereich, der einst als Standort von Berlins erster Shopping-Mall bekannt war, wird heute von einem grauen, kaum genutzten Parkplatz dominiert. Beim Tagesspiegel-Besuch vor Ort standen nur wenige Fahrzeuge auf der riesigen Fläche am Siemensdamm.
Geschichte und Potenzial des alten Zentrums
Der Ortskern der Siemensstadt war in den 1960er Jahren ein Vorreiter: Hier wurde Berlins erste Einkaufspassage eröffnet, die weit über die Grenzen des Bezirks bekannt war. Heute ist davon wenig zu spüren. Die Fläche wirkt verlassen, die wenigen Geschäfte und Gastronomieangebote kämpfen um Kunden. Dabei sehen Stadtplaner und Bezirk großes Potenzial in der Lage direkt am U-Bahnhof und in der Nähe des boomenden Siemens-Campus.
Neue Pläne für den Siemensdamm
Der Bezirk Spandau hat bereits konkrete Ideen, wie das Areal attraktiver und lebendiger werden kann. Geplant sind unter anderem eine Neugestaltung des öffentlichen Raums, mehr Grünflächen und eine bessere Anbindung an den neuen Campus. Auch neue Wohn- und Gewerbeflächen sind denkbar. Ziel ist es, das alte Zentrum wieder zu einem Treffpunkt für Anwohner und Beschäftigte der Siemensstadt zu machen.
„Das öde Zentrum der alten Siemensstadt soll attraktiver und lebendiger werden“, betont ein Sprecher des Bezirks. „Wir wollen die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern und die Verbindung zum neuen Campus stärken.“ Die Planungen befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium; konkrete Baumaßnahmen sind frühestens in zwei bis drei Jahren zu erwarten.
Herausforderungen und Chancen
Eine der größten Herausforderungen ist der bestehende Parkplatz, der zwar kaum genutzt wird, aber als Stellfläche für Anwohner und Pendler dient. Ein reiner Rückbau ohne Alternative wäre problematisch. Gleichzeitig bietet die Nähe zum Siemens-Campus eine große Chance: Tausende neue Bewohner und Arbeitsplätze könnten das alte Zentrum wiederbeleben.
Der Tagesspiegel berichtet, dass die Fläche am Siemensdamm derzeit vor allem durch ihre Leere auffällt. „Es ist schade, dass dieser historisch bedeutende Ort so vernachlässigt wirkt“, sagt ein Anwohner. „Dabei könnte er mit dem neuen Campus richtig aufblühen.“ Die Bezirksverwaltung ist optimistisch, dass die Neugestaltung gelingt, und verweist auf ähnliche erfolgreiche Projekte in anderen Berliner Stadtteilen.
Ausblick
Bis es soweit ist, wird der graue Parkplatz wohl noch das Bild prägen. Doch die Weichen sind gestellt: Der Bezirk Spandau und die Senatsverwaltung arbeiten an einem Masterplan, der das alte Zentrum der Siemensstadt wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen soll. Mit dem Siemens-Campus als Motor könnte der Ortskern am Siemensdamm bald wieder das werden, was er einmal war: ein lebendiges Herz der Siemensstadt.



