Seit fast vier Wochen liegt der 84-jährige republikanische Senator Mitch McConnell im Krankenhaus. Sein Büro hält sich bedeckt, die Opposition heizt Spekulationen an. Nun melden sich Weggefährten zu Wort – und widersprechen den düstersten Gerüchten.
Einweisung am 14. Juni – seither Funkstille
Am Morgen des 14. Juni wurde McConnell in ein Krankenhaus eingeliefert. Sein Büro erklärte lediglich, der Senator erhalte eine „ausgezeichnete Versorgung“. Seitdem gab es kaum offizielle Mitteilungen. Am Dienstag ließ ein Sprecher verlauten, McConnell sei „dankbar für die große Welle der Unterstützung, die ihm während seiner weiteren Genesung im Krankenhaus zuteilwird“.
Laura Loomer: „McConnell ist hirntot“
Die rechte Aktivistin Laura Loomer, die Präsident Donald Trump nahesteht, schrieb am Montag auf X, sie habe aus dem Weißen Haus erfahren, McConnell sei „hirntot“. „Er kommt nicht zurück“, zitierte sie eine anonyme Quelle. Loomer hatte bereits in der Vergangenheit mit Verschwörungstheorien für Aufsehen gesorgt.
Ex-Berater widerspricht: 20-minütiges Telefonat
Der Publizist und frühere McConnell-Berater Scott Jennings schrieb dagegen auf X, er habe mit dem Senator fast 20 Minuten gesprochen und aktuelle politische Themen diskutiert – darunter Iran, die Ukraine und die Lage in Maine. „Ich habe ihm gesagt, dass wir ihn so schnell wie möglich wieder bei der Arbeit sehen wollen“, fügte Jennings hinzu.
Weitere Senatoren bestätigen Kontakt
Die „Washington Post“ zitiert zwei weitere republikanische Senatoren, die in dieser Woche mit McConnell telefoniert haben: John Thune und John Barrasso. Letzterer ließ mitteilen, McConnell sei bei dem Gespräch „voll und ganz bei der Sache“ gewesen und freue sich darauf, in den Senat zurückzukehren.
Senator Lee: „Wir wissen nichts“
Der republikanische Senator Mike Lee erklärte auf X: „Viele von uns äußern sich nicht zu Mitch McConnells Gesundheitszustand, weil wir nichts über seinen Zustand wissen.“ Er reagierte damit auf die Behauptung einer konservativen Influencerin, Senatoren würden bei einer Vertuschungsaktion unter einer Decke stecken. Der Senat ist derzeit in der Sitzungspause, soll aber ab Montag wieder tagen.
Vom Trump-Verbündeten zum innerparteilichen Widersacher
McConnell zählte jahrzehntelang zu den einflussreichsten Republikanern im Kongress. Der Politiker aus Kentucky gehört dem Senat seit 1985 an. Ab 2007 war er Minderheitsführer, von 2015 bis 2021 erreichte er sein Karriereziel als Mehrheitsführer. Nach Trumps erneuten Amtsantritt vor rund 18 Monaten machte dieser John Thune zum neuen Mehrheitsführer. McConnell kündigte an, Anfang 2027 in den Ruhestand gehen zu wollen.
In Trumps erster Amtszeit hatte McConnell mit dem Präsidenten paktiert und eine konservative Agenda umgesetzt. Nach Trumps Wahlniederlage 2020 distanzierte er sich von den Betrugsbehauptungen und machte Trump für die Kapitol-Erstürmung am 6. Januar 2021 verantwortlich. Seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus trat McConnell zunehmend als innerparteilicher Widersacher auf. So verweigerte er dem umstrittenen Verteidigungsminister Pete Hegseth und anderen Kabinettsmitgliedern seine Stimme. Trump beschimpfte ihn als „üblen Typen“, der „miserabel in seinem Job“ gewesen sei.



