Doppelmoral bei Gewalt: Rechte und linke Täter ungleich bewertet
Doppelmoral bei Gewalt: Rechte und linke Täter

Die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit auf politisch motivierte Gewalt reagiert, hängt oft nicht allein von der Tat ab, sondern von der Herkunft oder Gesinnung des Täters. Diese Beobachtung macht der Autor Hasnain Kazim in einer Kolumne und spricht von einer „Doppelmoral in der Gesellschaft“. Er stellt die provokative Frage: „Ist rechtsextreme Gewalt empörender als linksextreme?“

Ungleiche Empörung je nach Täterprofil

Kazim zufolge ist „hier etwas aus dem Lot geraten“. Die öffentliche Aufmerksamkeit und moralische Entrüstung seien ungleich verteilt. Während rechtsextreme Taten oft auf breite Empörung stießen, würden linksextreme Gewaltakte mitunter relativiert oder gar gerechtfertigt. Dies zeige sich etwa in der Berichterstattung oder in den Reaktionen von Politik und Zivilgesellschaft.

Der Kolumnist verweist auf konkrete Beispiele, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Er betont, dass die Unterscheidung nach der politischen Ausrichtung der Täter einer sachlichen Bewertung von Gewalt entgegenstehe. „Gewalt bleibt Gewalt, unabhängig davon, ob sie von rechts oder links kommt“, schreibt Kazim. Die unterschiedliche Behandlung sei ein Zeichen für eine tiefere gesellschaftliche Spaltung.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Gesellschaftliche Debatte über Gewalt und Moral

Die Kolumne greift eine Debatte auf, die in Deutschland immer wieder aufflammt. Kritiker werfen Medien und Politik vor, linksextreme Gewalt zu verharmlosen, während rechtsextreme Taten stärker geahndet würden. Befürworter einer härteren Linie gegen linke Gewalt verweisen auf die steigende Zahl von Angriffen auf Polizei und politische Gegner durch linksextreme Gruppen. Laut offiziellen Statistiken des Bundeskriminalamts ist die Zahl der politisch motivierten Straftaten aus dem linken Spektrum in den letzten Jahren gestiegen, während rechtsextreme Taten ebenfalls zunahmen.

Kazim plädiert für eine konsequente Ächtung jeder Form von politischer Gewalt. „Wir müssen aufhören, Gewalt nach der politischen Couleur des Täters zu bewerten“, fordert er. Die Gesellschaft sei gefordert, ihre Maßstäbe zu überdenken und eine einheitliche Haltung gegenüber Extremismus zu entwickeln.

Reaktionen und Ausblick

Die Kolumne hat bereits vor ihrer Veröffentlichung für Diskussionen gesorgt. Während einige Kommentatoren die Kritik an der Doppelmoral teilen, warnen andere vor einer Gleichsetzung von rechtsextremer und linksextremer Gewalt. Sie verweisen auf den unterschiedlichen historischen Kontext und das Gefährdungspotenzial rechter Gewalt, die in Deutschland eine besondere historische Last trage.

Unabhängig von der Bewertung zeigt der Beitrag, dass das Thema politische Gewalt und der Umgang damit die deutsche Gesellschaft weiterhin polarisiert. Ein Konsens über die Bewertung und Bekämpfung extremistischer Taten scheint in weiter Ferne.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration