Eierwurf als politischer Protest: Geschichte und Strafen
Eierwurf als politischer Protest: Geschichte und Strafen

Berlin. Eier fliegen seit Jahrzehnten auf Politiker und Institutionen. Ein Blick auf legendäre Würfe, harte Strafen und eine uneinige Justiz. Ein Kommentar von Jens Anker, Kolumnist.

Tradition des Eierwurfs in Berlin

Der Eierwurf hat in Berlin eine lange Tradition als Ausdruck politischen Protests. Von Willy Brandt bis Angela Merkel – kaum ein Spitzenpolitiker blieb verschont. Die Taten reichen von spontanen Aktionen bis zu geplanten Attacken. Dabei stellt sich die Frage: Handelt es sich um eine harmlose Protestform oder um eine strafwürdige Beleidigung?

Legenden des Eierwurfs

Bekannt wurde der Wurf auf den damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit im Jahr 2001. Der Täter, ein junger Mann, traf Wowereit am Kopf und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Im Jahr 2013 traf es die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, als ein Unbekannter ein Ei auf ihren Wagen warf. Die Justiz sprach eine Strafe von 1.000 Euro aus. „Das Ei ist ein Symbol des Protests, aber es darf nicht zu Gewalt führen“, kommentierte ein Sprecher des Berliner Senats.

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Harte Strafen und uneinige Justiz

Die Strafen für Eierwürfe variieren stark. Während einige Täter mit Geldstrafen davonkommen, werden andere zu Haftstrafen verurteilt. So erhielt ein Mann, der 2019 ein Ei auf den Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble warf, eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten. Die Justiz ist sich uneinig: In Berlin werden Eierwürfe oft als Beleidigung oder Sachbeschädigung gewertet, während sie in anderen Bundesländern als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr gelten können. „Es braucht eine einheitliche Rechtsprechung, um solche Taten angemessen zu ahnden“, fordert der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Fischer.

Frohe Ostern, du Weihnachtsmann!

Der Titel des Kommentars spielt auf den Ausruf eines Täters an, der ein Ei auf einen Politiker warf und dabei „Frohe Ostern, du Weihnachtsmann!“ rief. Diese Mischung aus Protest und Ironie zeigt die Absurdität mancher Aktionen. Ob die Justiz hier mit Humor reagieren sollte oder mit Härte, bleibt umstritten. Fest steht: Der Eierwurf bleibt ein Phänomen des politischen Protests in Berlin.

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