Gewalt-Rekord bei der Bahn: Täglich acht Angriffe auf Zugpersonal
Gewalt-Rekord bei der Bahn: Täglich acht Angriffe

Die Gewalt gegen Beschäftigte der Deutschen Bahn und der Bundespolizei hat ein alarmierendes Niveau erreicht. Wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch hervorgeht, wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 insgesamt 1630 Straftaten gegen Bahn-Mitarbeiter und 4672 Straftaten gegen Bundespolizisten verzeichnet. Hält dieser Trend an, steuere Deutschland auf einen neuen Negativrekord bei Gewalt gegen diese Berufsgruppen zu, warnte Bartsch.

Körperverletzungen und Bedrohungen im Detail

Die polizeiliche Eingangsstatistik weist für den Zeitraum Januar bis Ende Mai 662 Fälle von Körperverletzung gegen Bahn-Beschäftigte aus, darunter 175 gefährliche Körperverletzungen. Hinzu kamen 661 Bedrohungen. Bei den Straftaten gegen Bundespolizisten, die unter anderem für die Sicherheit bei der Bahn zuständig sind, dominieren Widerstandshandlungen mit 3734 Fällen. Zudem wurden 1427 tätliche Angriffe und 875 Bedrohungen registriert.

Bartsch: „Entsetzlicher Tod hat nichts verändert“

Bartsch bezog sich auf den tödlichen Angriff auf einen 36-jährigen Schaffner in Rheinland-Pfalz im Februar 2026. Der Zugbegleiter Serkan C. war während einer Ticketkontrolle von einem Fahrgast ohne Fahrschein zusammengeschlagen worden und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. „Der entsetzliche Tod des Zugbegleiters Serkan C. im Februar, der das ganze Land schockiert hat, hat offensichtlich nichts verändert“, sagte Bartsch. „Mehr als 650 Körperverletzungen, ebenso viele Bedrohungen gegenüber dem Personal der Bahn in nur fünf Monaten. Geht es so weiter, droht in diesem Jahr bei der Bahn ein neuer Negativrekord der Gewalt.“

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Steigende Tendenz im Vergleich zum Vorjahr

Bereits zu Jahresbeginn hatte Bartsch ähnliche Zahlen für die ersten zehn Monate des Jahres 2025 erfragt. Der Vergleich zeigt eine deutliche Zunahme: Wurden damals im Schnitt täglich fünf körperliche Angriffe auf Bahn-Beschäftigte registriert, waren es in den ersten fünf Monaten 2026 rechnerisch acht pro Tag. Hinzu kämen rund 30 geschädigte Bundespolizisten pro Tag, sagte Bartsch: „Das macht sprachlos.“

Forderungen an Politik und Bahnführung

Der Linken-Politiker forderte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bahnchefin Evelyn Palla auf, den Schutz des Personals durch alle erdenklichen Maßnahmen zu verbessern. „Bahn und Innenminister sollten erneut zu einem Gipfel zusammenkommen, um Entsprechendes zu verabreden und auf den Weg zu bringen“, so Bartsch. Er appellierte an die Verantwortlichen, die Sicherheitslage für die Beschäftigten nachhaltig zu verbessern.

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