Günther: Votum der Mehrheit ist zu akzeptieren
Die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger hat sich gegen eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. Vom nördlichen Nachbarn kommt Bedauern.
Hamburg (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat das Nein der Hamburgerinnen und Hamburger zu einer Olympia-Bewerbung bedauert. "Natürlich hätten wir uns sehr über Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg gefreut. Hamburg hätte gemeinsam mit Kiel großartige und weltoffene maritime Spiele ausrichten können", teilte der CDU-Politiker mit. Er betonte aber auch: "Das Referendum war ein demokratischer Vorgang, und das Votum der Mehrheit ist zu akzeptieren."
Nach Auszählung aller Stimmen lagen die Gegner der Kandidatur für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 mit 54,9 Prozent vorn. 45,1 Prozent stimmten für eine Bewerbung. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Insgesamt waren etwa 1,3 Millionen Menschen ab 16 Jahren stimmberechtigt.
Ähnlich wie Günther äußerte sich Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke (CDU): "Es ist schade, dass sich die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger gegen eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen hat." Sie betonte aber: "Unser Ziel bleibt ganz klar: Wir wollen die Spiele mit dem Segelstandort und weiteren Sportarten zu uns nach Schleswig-Holstein holen. Und dafür werben und arbeiten wir gemeinsam mit der Stadt Kiel mit ganzer Kraft."
Kieler hatten Ja gesagt
Die Bürgerinnen und Bürger Kiels hatten sich Mitte April für eine Olympia-Bewerbung der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt entschieden. Nationaler Konkurrent von Kiel als Standort für olympische Segelregatten ist Rostock-Warnemünde. Auch Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz (Grüne) bedauerte das Nein in Hamburg.
Die Entscheidung in Hamburg hat nun weitreichende Folgen für die mögliche Ausrichtung der Spiele in der Region. Während Kiel weiterhin als Segelstandort interessiert bleibt, müssen die Planungen für eine gemeinsame Bewerbung mit Hamburg nun aufgegeben werden. Die Landesregierung von Schleswig-Holstein will jedoch weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die Spiele ins Land zu holen, möglicherweise mit anderen Partnern.



