Hitzewelle in Berlin: Polizei setzt Wasserwerfer zur Abkühlung ein – Rekord gebrochen
Hitzewelle in Berlin: Wasserwerfer zur Abkühlung – Rekord

Berlin erlebt am Wochenende eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 41 Grad. Der Deutsche Wetterdienst meldete am Samstagnachmittag einen Hitzerekord in der Hauptstadt: 39,2 Grad wurden an der Wetterstation Berlin-Tempelhof gemessen, womit der bisherige Rekord von 38,6 Grad aus dem Jahr 2015 in Köpenick übertroffen wurde. In Potsdam wurden sogar 39,9 Grad verzeichnet.

Polizei setzt Wasserwerfer ein – Tausende Liter Wasser für Abkühlung

Die Berliner Polizei setzt zwei Wasserwerfer ein, um die Bevölkerung abzukühlen. Erster Halt war das Brandenburger Tor, wo sich Berliner und Besucher über den Sprühregen freuten. Nach eigenen Angaben haben die Beamten bereits zweimal 9000 Liter Wasser verbraucht. Nach dem Auffüllen des Tanks sollte es am Potsdamer Platz weitergehen. Weitere geplante Stationen waren der Platz der Republik, das Rote Rathaus und die Jugendfarm Schwedter Straße. Die Polizei wies darauf hin, dass Orte kurzfristig entfallen oder hinzukommen können.

Freibäder überfüllt – Ticketverkauf gestoppt

Die angekündigte Hitze sorgte bereits seit dem Vormittag für großen Andrang in den Berliner Freibädern. Fast alle Freibäder stoppten den Verkauf von weiteren Tickets, da sie voll waren. Nur das Strandbad Wannsee ließ noch Besucher ein. Vor dem Sommerbad Mariendorf stand die Polizei mit mehreren Einsatzfahrzeugen und verkündete per Megafon, dass nur Personen mit Tickets eingelassen würden. Vor dem Sommerbad Pankow half die Polizei ebenfalls dem Personal, die wartenden Menschen zu informieren. Vor beiden Bädern warteten jeweils bis zu 400 Menschen.

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Feuerwehr verzeichnet deutlich mehr Einsätze

Die Berliner Feuerwehr meldete am Samstag ein deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen. Ein Feuerwehrsprecher teilte dem Tagesspiegel mit, dass die Einsatzkräfte am Samstag mit einem vergleichbaren Aufkommen wie am Freitag rechneten, als über 300 Einsätze mehr als an durchschnittlichen Tagen gezählt wurden. Die Rettungskräfte fahren vor allem wegen vermehrter Hitzeeinsätze aus, darunter Kreislaufbeschwerden, Kreislaufstillstände und Einsätze an den Badestellen.

Waldbrandgefahr hoch – Schlösser schließen früher

Die anhaltende Trockenheit ließ die Waldbrandgefahr am Wochenende weiter steigen. In fast allen Landkreisen Brandenburgs galt eine hohe Gefahrenstufe, in einigen Regionen sogar eine sehr hohe. Auch innerhalb Berlins reichte die Waldbrandgefahr von mittel bis sehr hoch. Die preußischen Schlösser schlossen bereits um 13 Uhr, um Gefahren für Besucher und Mitarbeiter durch Hitzebelastung abzuwenden. Auch der Fährbetrieb zur Pfaueninsel wurde eingestellt.

Hitzegewitter am Sonntag möglich

Der Höhepunkt der Hitzewelle stand am Wochenende noch bevor. Nach Angaben des DWD stiegen die Temperaturen am Samstag auf 38 bis 41 Grad, am Sonntag zunächst ähnlich hoch. Im Tagesverlauf bildeten sich jedoch von Südwesten her Quellwolken, bevor örtlich kräftige Hitzegewitter entstehen konnten. Es bestand Unwetterpotenzial mit heftigem Starkregen, Hagel sowie schweren Sturmböen. Zum Wochenstart wurde es etwas kühler, am Dienstag gingen die Temperaturen auf 23 bis 28 Grad zurück.

Krankenhäuser verzeichnen mehr Notfälle – Badetoter in Charlottenburg

Die Vivantes-Kliniken in Berlin verzeichneten in den vergangenen Tagen einen moderaten Anstieg hitzebedingter Einlieferungen von Patienten. Überwiegend handelte es sich um ältere Menschen mit Flüssigkeitsmangel, in wenigen Fällen auch um Sonnenstiche. Auch in Kinderrettungsstellen wurden mehr Fälle registriert, darunter Kopfschmerzen, Fieberkrämpfe oder Hitzschläge. Im Jungfernheideteich in Charlottenburg wurde am Samstag ein lebloser Mann entdeckt; Reanimationsversuche waren erfolglos.

BVG bereitet sich auf Hitze vor – Ventilatoren ausverkauft

Die Berliner Verkehrsbetriebe ließen am Wochenende auch in den Abendstunden U-Bahnen mit maximaler Wagenzahl fahren, um die Fahrgäste nicht zu eng in den Fahrzeugen sitzen zu lassen. Trinkwasser wurde an Endstellen, in Betriebshöfen und Werkstätten bereitgestellt. Zudem verteilten Kollegen an ausgewählten Knotenpunkten Wasser an die Fahrer. In vielen Berliner Baumärkten und Elektronikmärkten waren Ventilatoren, mobile Klimageräte und Luftkühler ausverkauft. MediaMarkt/Saturn bestätigte eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage, Bauhaus sprach von eingeschränkten Beständen.

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Veranstaltungen abgesagt – Bezirke schließen Einrichtungen

Wegen der Hitze fielen zahlreiche Veranstaltungen aus. Der Bezirk Mitte schloss am Samstag und Sonntag mehrere Kultureinrichtungen wie den Bärenzwinger und die Galerie Wedding. Die Stadtbibliothek Lichtenberg blieb ganztägig geschlossen. Der beliebte Flohmarkt am Kranoldplatz in Neukölln wurde für Sonntag abgesagt. Auch die Evangelische Kirche sagte ihren Sommer-Empfang ab. In Charlottenburg-Wilmersdorf blieben die Kleine Orangerie und die Kommunale Galerie geschlossen, Workshops und Finissagen entfielen.

Experten warnen vor Kopfsprüngen – Wasserbetriebe geben Tipps

Angesichts der hohen Temperaturen warnten Experten vor Kopfsprüngen ins kalte Wasser. Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin, betonte: „Wenn man den Boden nicht sieht, auf keinen Fall springen.“ Er sieht jährlich mindestens zehn Fälle von Querschnittslähmung nach solchen Sprüngen. Die Berliner Wasserbetriebe wiesen auf 250 Trinkbrunnen in der Stadt hin, darunter einen Cooling Point am Mauerpark mit Vernebelungsanlage. Allerdings warnten sie davor, Wasser aus Zierbrunnen zu trinken, da es kein Trinkwasser sei.