Fünf Jahre nach seiner Eröffnung steht das Humboldt Forum in Berlin weiterhin in der Kritik. Intendant Hartmut Dorgerloh verteidigt das Haus gegen den Vorwurf der Isolierung und betont seine internationale Bedeutung. „Wir werden international sehr stark wahrgenommen. Das wird in Deutschland nicht registriert“, sagt er im Interview. Weltweit sei das Humboldt Forum inzwischen eine Marke, nicht nur in Fachkreisen der großen Museen. Es gelte als wichtigster innovativer Kulturort in Deutschland. Die 3,3 Millionen Besucher pro Jahr kämen nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus eigenem Antrieb.
Internationale Wahrnehmung versus lokale Skepsis
Viele Berliner fremdeln noch immer mit dem Haus hinter der Schloss-Fassade. Dorgerloh sieht dies als typisch deutsches Phänomen: „Es gibt keine deutsche Kultur ohne Europa“, stellt er klar. Das Humboldt Forum sei ein Ort des Dialogs und der Begegnung, der weit über nationale Grenzen hinausstrahle. Die Diskussion um Kolonialismus und konservatives Abdriften begleite das Haus seit seiner Gründung, doch Dorgerloh zeigt sich zuversichtlich: „Die Welt braucht mehr Humboldt.“
Ein Ort der Innovation
Das Humboldt Forum versteht sich als innovativer Kulturort, der traditionelle Museumsgrenzen sprengt. Mit wechselnden Ausstellungen und interdisziplinären Projekten will es ein breites Publikum ansprechen. „Unser Angebot ist vielfältig und richtet sich an alle“, betont der Intendant. Die hohen Besucherzahlen sprächen für sich. Trotz anfänglicher Skepsis habe sich das Haus als fester Bestandteil der Berliner Kulturlandschaft etabliert.
Dorgerloh appelliert an die deutsche Öffentlichkeit, das Humboldt Forum nicht nur kritisch zu sehen, sondern auch seine Erfolge anzuerkennen. „Wir müssen stolz sein auf das, was wir hier geschaffen haben“, sagt er. Die kommenden Jahre sollen genutzt werden, um die Position des Hauses weiter zu stärken und den internationalen Austausch zu fördern.



