Kontaktabbruch zu Eltern: Tochter spricht über den glücklichsten Tag ihres Lebens
Kontaktabbruch zu Eltern: Tochter berichtet vom glücklichsten Tag

Eine junge Frau namens Yu-Nai hat den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen und bezeichnet diesen Schritt als den glücklichsten Tag ihres Lebens. Im Gespräch mit der Funke Mediengruppe schildert sie ihre Erfahrungen mit einer von Gewalt, Kontrolle und fehlendem Respekt geprägten Beziehung. Das permanente Gefühl, nicht gut genug zu sein, ließ sie letztlich die Entscheidung treffen, sich von ihren Eltern zu distanzieren.

Warum ein Kontaktabbruch so schwerfällt

Der Münchner Familientherapeut Jochen Rögelein erklärt, dass es viel brauche, bis Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen. Die Eltern-Kind-Beziehung sei eine ganz besondere, und ihr Abbruch bedeute oft das Aufgeben von Sicherheit. In der Erbengeneration spielten zudem Faktoren wie Angst um das Erbe, Macht, Einfluss oder die eigene Versorgung eine Rolle. „Es herrscht höchste Not, wenn das erwachsene oder jugendliche Kind auf die Idee kommt zu sagen: Ich muss das hier beenden, ich halte es nicht mehr aus“, so Rögelein.

Anzeichen toxischer Beziehungen

Toxische Beziehungen zu Eltern äußern sich häufig durch emotionale oder körperliche Gewalt, mangelnden Respekt und übermäßige Kontrolle. Betroffene fühlen sich oft permanent unter Druck gesetzt und nie gut genug. Laut Experten können solche Dynamiken langfristig zu psychischen und körperlichen Folgen führen. Wer sich in einer solchen Situation befindet, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

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Der Weg zur Selbstfürsorge

Yu-Nai entschied sich nach langer Überlegung für den Kontaktabbruch. Sie betont, dass dieser Schritt ihr geholfen habe, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Therapeut Jochen Rögelein empfiehlt Betroffenen, sich bewusst zu machen, dass der Abbruch einer toxischen Eltern-Kind-Beziehung manchmal der einzige Weg sei, um sich selbst zu schützen. Wichtig sei, sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen oder Schuldgefühlen leiten zu lassen.

Expertenrat: Wie man sich schützen kann

Menschen, die unter einer toxischen Beziehung zu ihren Eltern leiden, sollten laut Rögelein zunächst ihre eigenen Grenzen definieren und diese klar kommunizieren. Falls dies nicht möglich sei oder keine Besserung eintrete, könne ein Kontaktabbruch die letzte Lösung sein. Der Therapeut rät, diesen Schritt nicht leichtfertig zu gehen, sondern sich vorher professionelle Unterstützung zu suchen. In vielen Fällen helfe auch der Austausch mit Gleichgesinnten in Selbsthilfegruppen.

Die Geschichte von Yu-Nai zeigt, dass ein Kontaktabbruch nicht nur eine schwierige, sondern auch eine befreiende Entscheidung sein kann. Für sie war es der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, den sie als ihren glücklichsten Tag bezeichnet.

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