In einem Interview mit dem SPIEGEL äußert sich Tobias Devooght, der gemeinsam mit seinem Ehemann zwei Kinder mithilfe von Leihmüttern in den USA großzieht, zum Rücktritt von Jens Spahn und zu seinen Erwartungen an die Politik. Devooght betont, dass er mit seiner Tochter bereits am Wickeltisch darüber gesprochen habe, wie sie zur Welt kam.
Offene Kommunikation von Anfang an
„Mit unserer Tochter haben wir schon am Wickeltisch darüber gesprochen, wie sie zur Welt kam“, sagt Devooght. Die Familie lebt in Deutschland, die Kinder wurden jedoch in den USA von Leihmüttern geboren. Der Vater legt Wert darauf, dass die Kinder von klein auf ein natürliches Verständnis für ihre Entstehungsgeschichte entwickeln.
Spahns Rücktritt und die Folgen
Jens Spahn, der sich in der Vergangenheit für eine Liberalisierung der Leihmutterschaft eingesetzt hatte, ist kürzlich von seinem Amt zurückgetreten. Devooght sieht darin einen Rückschlag für die Debatte in Deutschland. „Spahn war einer der wenigen Politiker, die das Thema offen angesprochen haben“, so Devooght. Er hoffe, dass der Druck aus der Gesellschaft und von betroffenen Familien weiterhin bestehen bleibt.
Politische Forderungen
Der Vater wünscht sich von der Politik eine klare Regelung, die Leihmutterschaft in Deutschland legalisiert und reguliert. „Es kann nicht sein, dass Familien gezwungen sind, ins Ausland zu gehen und dort oft unsichere Wege zu wählen“, kritisiert Devooght. Er fordert eine sachliche Diskussion, die die Interessen aller Beteiligten – der Wunscheltern, der Leihmütter und vor allem der Kinder – berücksichtigt.
Devooght betont, dass es ihm nicht um eine Kommerzialisierung gehe, sondern um eine ethisch vertretbare Lösung. „In den USA gibt es strenge rechtliche Rahmenbedingungen, die sowohl die Leihmütter als auch die Eltern schützen. So etwas wünsche ich mir auch für Deutschland.“
Blick in die Zukunft
Trotz des Rücktritts von Spahn bleibt Devooght optimistisch. Er verweist auf Umfragen, die zeigen, dass eine Mehrheit der Deutschen eine Legalisierung der Leihmutterschaft befürwortet. „Die Gesellschaft ist weiter als die Politik. Ich hoffe, dass die nächste Regierung das Thema endlich anpackt“, sagt er.
Das Interview gibt Einblick in die persönlichen Erfahrungen einer Familie, die den schwierigen Weg der Leihmutterschaft gegangen ist, und zeigt, wie wichtig eine offene gesellschaftliche Debatte ist.



