Merz verurteilt CSD-Attacke: Auto fährt in Menschenmenge in Berlin
Merz verurteilt CSD-Attacke in Berlin

Nach dem Angriff eines Autofahrers auf eine feiernde Menschenmenge beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Tat als „Angriff auf unsere Gesellschaft“ bezeichnet. Der Fahrer war am Sonntagabend in eine Gruppe von CSD-Teilnehmern gefahren und hatte mehrere Menschen verletzt. Die genaue Zahl der Opfer sowie die Schwere der Verletzungen waren zunächst unklar.

Merz und Dobrindt zeigen sich entsetzt

Bundeskanzler Merz wurde unmittelbar nach der Tat von den Sicherheitsbehörden informiert, wie ein Sprecher der Bundesregierung in der Nacht zum Montag mitteilte. Auf der Plattform X schrieb Merz: „Was für eine abscheuliche Tat in Berlin. Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft.“ Der Kanzler steht laut Regierungssprecher in engem Kontakt mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und lässt sich fortlaufend über die Ermittlungen unterrichten.

Bundesinnenminister Dobrindt erklärte: „Diese feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die diese Tat miterleben mussten.“ Er dankte den Einsatzkräften und versprach: „Wir werden alles daransetzen, diese schreckliche Tat und ihre Hintergründe schnell aufzuklären und zu ahnden.“ Der CSU-Politiker bot dem Land Berlin umgehend Unterstützung des Bundes an. Der Sprecher der Bundesregierung bestätigte, dass Dobrindt bereits im ständigen Austausch mit den Berliner Behörden stehe.

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Hintergründe der Tat noch unklar

Die Ermittlungen zur Tat und zum Täter laufen auf Hochtouren. Nach Angaben der Polizei steuerte der Fahrer sein Fahrzeug gezielt in die Menschengruppe, die entlang der CSD-Route feierte. Mehrere Personen wurden teils schwer verletzt. Rettungskräfte waren sofort vor Ort und versorgten die Opfer. Die Berliner Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet, um die Hintergründe zu klären. Ein politisches Motiv wird nicht ausgeschlossen, da der CSD als Veranstaltung für Toleranz und Gleichberechtigung steht.

Der CSD in Berlin ist eine der größten Veranstaltungen dieser Art weltweit. In diesem Jahr feierten nach Schätzungen der Organisatoren rund 500.000 Menschen friedlich in der Hauptstadt. Die Attacke überschattet das Fest und löst weitreichende Bestürzung aus. Politiker aller Parteien verurteilten die Tat aufs Schärfste. Berlins Regierender Bürgermeister sowie Vertreter von LSBTIQ*-Organisationen sprachen den Opfern ihr Mitgefühl aus und forderten eine lückenlose Aufklärung.

Politische Reaktionen und Sicherheitsdebatte

Die Attacke entfacht erneut Diskussionen über Sicherheit bei Großveranstaltungen. Innenminister Dobrindt betonte, der Bund werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums erklärte, man prüfe, ob die Ereignisse Konsequenzen für das Sicherheitskonzept bei künftigen Events haben werden. Die Berliner Polizei hat ihre Präsenz bei öffentlichen Veranstaltungen vorerst verstärkt.

Derweil rückt die Frage nach dem Täter in den Fokus. Medienberichten zufolge handelt es sich um einen 29-jährigen Deutsch-Iraker, der in der Vergangenheit nicht polizeilich in Erscheinung getreten sei. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen übernommen. Ein Zusammenhang mit extremistischer Ideologie wird geprüft, bisher aber nicht bestätigt. Die Ermittler sichern Beweismittel und vernehmen Zeugen.

Solidarität mit den Opfern

Zahlreiche Menschen bekundeten ihre Solidarität mit den Verletzten und ihren Familien. Unter dem Hashtag #CSDBerlin solidarisierten sich tausende Nutzer in sozialen Medien. Die Organisatoren des CSD riefen zu Zusammenhalt auf und kündigten an, die Veranstaltung würdevoll fortzuführen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Der CSD steht für Liebe und Freiheit – das wird niemand zerstören“, sagte ein Sprecher der Veranstalter. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Aufklärung der Tat beitragen könnten.

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