Selenskyj entlässt Armeechef Syrskyj nach Protesten – Drapatyj übernimmt
Selenskyj entlässt Armeechef Syrskyj – Drapatyj wird Nachfolger

Selenskyj entlässt Armeechef Syrskyj nach anhaltenden Protesten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach tagelangem Druck von Demonstranten den Oberbefehlshaber der Armee, Olexander Syrskyj, entlassen. Neuer Armeechef wird General Mychajlo Drapatyj, wie Selenskyj auf Telegram mitteilte. Die Entlassung folgt auf einen wochenlangen Machtkampf zwischen Syrskyj und dem erst seit einem halben Jahr amtierenden Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, den Selenskyj bereits zuvor im Rahmen einer größeren Regierungsumbildung aus dem Kabinett entfernt hatte.

Der 35-jährige Fedorow galt als Reformer, der das Beschaffungswesen der Armee modernisierte und stark auf Technisierung und Digitalisierung der ukrainischen Verteidigung setzte. Er lag mit dem deutlich erfahreneren und traditionelleren Syrskyj im Dauerstreit. Fedorow war in der Bevölkerung sehr beliebt, seine Absetzung löste große Proteste aus, die sich zunehmend gegen Syrskyj richteten.

UN-Bericht: Deutlicher Anstieg ziviler Opfer in der Ukraine

Die Vereinten Nationen melden einen sprunghaften Anstieg der zivilen Opferzahlen in der Ukraine. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 1.396 Tote und 7.978 Verletzte dokumentiert – ein Anstieg um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und fast eine Verdopplung gegenüber 2024. Hauptursache sei die drastische Zunahme von Drohnenangriffen, teilte das UN-Menschenrechtsbüro mit. Zwischen Januar und Juni 2026 wurden 418 Menschen bei Drohnenangriffen mit kurzer Reichweite getötet und 2.437 verletzt, im Vorjahreszeitraum waren es 218 Tote und 1.511 Verletzte.

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Russische Angriffe auf Saporischschja und Cherson

Bei einem russischen Angriff mit einer gelenkten Fliegerbombe auf die südukrainische Stadt Saporischschja wurden mindestens drei Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Sieben Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses gerieten in Brand, teilte die Militärverwaltung auf Telegram mit. Auch in Cherson wurde ein Mensch getötet, zwei weitere wurden verletzt. Präsident Selenskyj beklagte zudem zwei Verletzte nach Angriffen auf Odessa. In Sumy im Nordosten des Landes wurden sechs Menschen bei Drohnenangriffen verletzt, darunter vier Minderjährige. Ein Einkaufszentrum brannte aus.

Russland sichert Benzinversorgung Moskaus mit Lieferungen aus Sibirien

Russland stabilisiert die Treibstoffversorgung in der Region Moskau mit umgeleiteten Lieferungen aus Sibirien und verstärkten Importen aus Belarus. Grund sind ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien, die zu Engpässen bei Benzin und Diesel führten. Die landesweite Benzinproduktion fiel Anfang Juli auf rund 65 Prozent des durchschnittlichen saisonalen Verbrauchs. Während sich die Lage in Moskau entspannt hat, leiden andere Regionen wie die annektierte Krim weiterhin unter Kraftstoffknappheit. In der Region Pskow kontrollieren Sicherheitskräfte Garagen auf Benzinvorräte und leiten Verwaltungsverfahren bei illegalen Reserven ein.

Russisches Kriegsschiff feuert scharfe Munition im Ärmelkanal

Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal nahe der britischen Küste eine Übung mit scharfer Munition abgehalten. Die halbstündige Übung fand rund 40 Seemeilen südlich von Plymouth statt, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Die Besatzung informierte zuvor das britische Kriegsschiff „HMS Tyne“ und forderte es auf, sich in eine sichere Position zu bringen. Es handele sich um die Fregatte „Neustraschimi“ der russischen Ostseeflotte. Die Übung erfolgte am Tag des Amtsantritts des neuen britischen Premierministers Andy Burnham.

Nordkorea bekräftigt Unterstützung für Russland

Nordkorea hat seine Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine bekräftigt. Pjöngjangs Rückendeckung sei „unerschütterlich“, erklärte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA anlässlich eines Besuchs von Außenministerin Choe Son Hui in Moskau. Russland habe Nordkorea seinerseits die volle Unterstützung bei der Wahrung seiner Souveränität zugesichert. Beide Länder haben ihre Beziehungen seit 2022 intensiviert: Nordkorea liefert Truppen und Waffen, Russland Lebensmittel und Technologie.

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Kreml: Keine Hoffnung auf bessere Beziehungen zu Großbritannien

Der Kreml hat nach eigenen Angaben „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu Großbritannien unter dem neuen Premierminister Andy Burnham. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kritisierte, Burnham habe mit seiner ersten Amtshandlung die Ukraine unterstützt und damit gezeigt, dass er den Krieg fortsetzen wolle. Burnham hatte zuvor erklärt, „zu 100 Prozent“ an der Seite Selenskyjs zu stehen.

Ukraine setzt erstmals FPV-Drohnen von Überwasserdrohnen ein

Ukrainische Marineinfanteristen haben erstmals FPV-Drohnen von unbemannten Überwasserdrohnen gestartet, um russische Stellungen anzugreifen. Die Operation fand nahe Salisnyj Port in der Region Cherson statt. Mehrere Barracuda-Boote brachten die Drohnen über das Schwarze Meer in die Nähe russischer Stellungen, von wo aus sie Logistikrouten und Personal angriffen. Eine Drohne wurde durch russische Lancet-Munition zerstört, die anderen setzten den Einsatz fort. Dies erweitert die Reichweite von FPV-Systemen erheblich.

Rumänien meldet Angriff auf Frachter im Schwarzen Meer

Ein mit Propangas beladener Frachter wurde im Schwarzen Meer angegriffen, drei Seeleute erlitten schwere Verbrennungen. Das Schiff war auf dem Weg zum ukrainischen Hafen Reni, als es rund 20 Seemeilen vor der rumänischen Küste getroffen wurde. Rumäniens Präsident Nicusor Dan erklärte, der Vorfall sei „höchstwahrscheinlich Teil des illegalen Angriffskriegs der Russischen Föderation“. Der Tanker „Gas Lisbon“ unter liberianischer Flagge transportierte mehr als 3.790 Tonnen Propangas aus Ägypten.

Keine Anzeichen für Erschöpfung russischer Truppen bei Pokrowsk

Die russischen Streitkräfte verzichten bei Pokrowsk seit einem halben Jahr auf großangelegte mechanisierte Angriffe und setzen stattdessen auf kleine Infanteriegruppen. Der Einsatz von Drohnen bleibt intensiv, auch für Transport und Evakuierung. Trotz hoher Verluste erkennen ukrainische Streitkräfte keine Anzeichen für eine Erschöpfung der russischen Verbände. Russland sei weiterhin in der Lage, seine Einheiten aufzufüllen und taktische Angriffe fortzusetzen, erklärte Major Mychajlo Butko von der Nationalgarde der Ukraine.