Straftaten gegen Obdachlose steigen um 17 Prozent – Berlin Spitzenreiter
Straftaten gegen Obdachlose steigen um 17 Prozent

Anstieg der Straftaten gegen Obdachlose um fast 17 Prozent

Die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast 17 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, über die die „Rheinische Post“ (Samstagausgabe) berichtete. Demnach wurden 2025 insgesamt 2563 Straftaten gegen Obdachlose erfasst. In den beiden Jahren zuvor waren es jeweils knapp 2200 Fälle.

Mehr als 2000 Fälle gegen Männer

Mehr als 2000 Fälle richteten sich im vergangenen Jahr gegen obdachlose Männer, während in gut 500 Fällen Frauen betroffen waren, so die Zeitung unter Berufung auf die Antwort aus dem Bundesinnenministerium. Am häufigsten wurden Obdachlose in Berlin (592 Fälle) Opfer von Straftaten, gefolgt von Bayern (492 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (310 Fälle).

Linken-Politikerin: „Beispiellose Gewalteskalation“

„Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen“, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Sahra Mirow der „Rheinischen Post“. „Die mehr als 2500 polizeilich erfassten Straftaten bilden dabei nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund einer geringen Anzeigebereitschaft der Betroffenen sowie ungenauer Erfassungskriterien und Definitionen aufseiten der Behörden ist von einer erheblichen Dunkelziffer und weitaus höheren Fallzahlen auszugehen.“

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Aufklärungsquote niedriger als im Durchschnitt

Die Antworten zeigen dem Bericht zufolge zudem, dass die Aufklärungsquote bei Straftaten gegen obdachlose Menschen im Schnitt niedriger ausfällt als insgesamt. Bei Fällen von Gewaltkriminalität gegen Obdachlose lag sie im vergangenen Jahr bei 66,5 Prozent. Insgesamt betrug der Anteil aufgeklärter Fälle in allen Bereichen 77,5 Prozent.

Die steigenden Zahlen und die niedrige Aufklärungsquote verdeutlichen nach Ansicht von Expertinnen und Experten die prekäre Situation obdachloser Menschen in Deutschland. Sie fordern bessere Schutzmaßnahmen und eine genauere Erfassung der Straftaten, um das Ausmaß der Gewalt gegen diese besonders verletzliche Gruppe zu erkennen und zu bekämpfen.

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