Potsdamer Toleranzfest: Ein Zeichen für Offenheit und Demokratie
In der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam fand zum fünften Mal das Fest der Toleranz statt. Bei der Eröffnung rief Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich gegen Extremismus zu stellen. „Wir erleben, wie der Druck auf unsere offene Gesellschaft wächst. Dass Ausgrenzung, extremistische Einstellungen und rassistische Angriffe zunehmen“, erklärte Schüle laut einer Mitteilung. Sie betonte jedoch auch die positive Seite: „Aber es gibt zum Glück auch eine andere Realität: Das sind die vielen Menschen, die sich engagieren. Die aufstehen, wenn es nötig ist. Die Haltung zeigen und Solidarität.“
Oberbürgermeisterin ruft zur Teilnahme auf
Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) rief über Instagram zur Beteiligung am Fest unter dem Motto „Toleranz bewegt Potsdam“ im Stadtteil Babelsberg auf. „Ich freue mich über alle, die Gesicht zeigen, für Toleranz, für Demokratie, für eine Stadt für alle“, sagte Aubel. Das Fest wurde vom Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt, dem Fußballverein SV Babelsberg 03, dem Oberlinhaus und dem Medizintechnikhersteller Christoph Miethke organisiert. Es bot ein vielfältiges Programm mit Sport, Spiel, Musik und Kultur.
Historischer Hintergrund: Das Toleranzedikt von 1685
Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620–1688) erließ im Jahr 1685 das „Edikt von Potsdam“. Dieses ermöglichte den in Frankreich wegen ihrer Religion verfolgten protestantischen Hugenotten die Einwanderung nach Brandenburg. Sie halfen beim Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg. Im Jahr 2008 wurde das neue Potsdamer Toleranzedikt als Bekenntnis zu Weltoffenheit und Toleranz veröffentlicht.
Das Toleranzfest in Potsdam ist ein wichtiges Signal für eine offene und demokratische Gesellschaft. Die Veranstalter und Unterstützer setzen sich für ein Miteinander ein, das von Respekt und gegenseitiger Anerkennung geprägt ist.



