Auf TikTok und Instagram verbreiten sich derzeit KI-generierte Videos, in denen sprechende Früchte mit menschlichen Körpern agieren. Die Clips handeln von Liebe, Betrug, Eifersucht und Hass. Doch Experten schlagen Alarm: Frauen werden in diesen Videos systematisch beleidigt, sexualisiert, entwertet und fast immer als „böse“ dargestellt.
Ein typisches Beispiel: Eine muskulöse Gurke und eine Aprikose in einem Kleid stehen in der Küche. Die Gurke schickt die Aprikose zu einer Aubergine, um Salz zu holen. Die Aprikose hat jedoch einen Seitensprung mit der Aubergine und wird schwanger. Bei der Geburt kommen Auberginen-Zwillinge zur Welt, was den Gurken-Mann in Rage versetzt. Dieses Muster wiederholt sich in unzähligen Clips: Die Frau geht fremd, verheimlicht es, und bei der Geburt fliegt der Betrug auf. Die Frau wird als herzlose Lügnerin dargestellt, der Mann als Opfer.
Doch die Inhalte gehen noch weiter. Medienberichten zufolge enthalten viele Clips brutale Szenen, in denen mehrere Bananen-Figuren eine Erdbeer-Frau bedrängen und ihr Geld für Sex anbieten. In anderen Videos geraten weibliche Figuren in grenzüberschreitende Situationen, die mit Macht, Druck und Demütigung verbunden sind. Auch rassistische Klischees und Bodyshaming kommen vor.
Jugendschützer warnen, dass die Videos Gewalt und Diskriminierung verharmlosen. Zudem verbreiten sie medizinische Falschinformationen, etwa dass Obst Krankheiten heilen oder Medikamente ersetzen könne, wie Jugendschutz.net berichtet.
Eine internationale Studie der Universität Bern mit über 130.000 Teilnehmenden zeigt: Wer regelmäßig frauenfeindliche Medieninhalte konsumiert, entwickelt eher negative Einstellungen gegenüber Frauen. Besonders bei Jugendlichen verstärken solche Inhalte feindselige Haltungen. Die Folge: Frauen werden häufiger abgewertet, entmenschlicht und auf ihren Körper reduziert, und in manchen Fällen sogar mitverantwortlich gemacht, wenn sie Opfer von Gewalt werden.



