Tannenhof-Schule zieht in Berliner Grundschule: Eltern empört
Tannenhof-Schule zieht in Grundschule: Eltern empört

Neue Nachbarschaft: Suchtkranken-Schule zieht in Grundschule

Ab dem neuen Schuljahr im September wird die Tannenhof-Schule aus Neukölln, eine Bildungseinrichtung für ehemals suchtkranke Erwachsene, ihren Standort mit der Rosa-Parks-Grundschule in Berlin-Kreuzberg teilen. Diese Entscheidung hat bei vielen Eltern der Grundschule für Empörung gesorgt, während andere kein Problem darin sehen.

Eltern fühlen sich zu spät informiert

Kritikpunkt ist vor allem die Informationspolitik der Schulverwaltung. Viele Eltern wurden erst während der Sommerferien über die Pläne informiert, was ihnen keine ausreichende Zeit für Rückfragen oder Bedenken ließ. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, zitiert der Tagesspiegel einen betroffenen Elternteil. Die späte Information habe Verunsicherung und Unmut ausgelöst.

Ungewisse Zukunft der Willkommensklassen

Ein weiterer Streitpunkt ist die unklare Zukunft der sogenannten Willkommensklassen an der Rosa-Parks-Grundschule. Diese Klassen dienen der Integration von neu zugewanderten Kindern ohne Deutschkenntnisse. Eltern befürchten, dass durch die räumliche Teilung mit der Tannenhof-Schule die Kapazitäten für diese wichtigen Klassen eingeschränkt werden könnten. Die Schulleitung hat bislang keine konkreten Angaben dazu gemacht, wie die Raumnutzung genau aussehen wird.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Gemischte Reaktionen aus der Elternschaft

Während einige Eltern Sicherheitsbedenken äußern und die Nähe zu suchtkranken Menschen als problematisch ansehen, betonen andere die Wichtigkeit von Inklusion und zweiten Chancen. „Für mich ist das kein Problem. Diese Menschen haben eine Therapie gemacht und wollen sich integrieren. Das sollten wir unterstützen“, sagte ein Vater der Grundschule. Die Tannenhof-Schule selbst sieht in der gemeinsamen Nutzung eine Chance zur Entstigmatisierung ehemaliger Suchtkranker.

Schulverwaltung verteidigt Entscheidung

Die Berliner Schulverwaltung verteidigt die Entscheidung mit der angespannten Raumsituation in der Stadt. Man habe nach einer geeigneten Lösung für beide Einrichtungen gesucht. Die Tannenhof-Schule sei auf die Räumlichkeiten angewiesen, um ihr pädagogisches Angebot aufrechterhalten zu können. Die Verwaltung betont, dass die Sicherheit der Grundschüler jederzeit gewährleistet sei und es keine Überschneidungen im Schulalltag geben werde.

Ausblick: Informationsveranstaltung geplant

Als Reaktion auf die Kritik kündigte die Schulleitung eine Informationsveranstaltung für Anfang September an, bei der Eltern offene Fragen klären können. Bis dahin bleibt die Stimmung angespannt. Der Tagesspiegel berichtet, dass einige Eltern erwägen, ihre Kinder auf andere Schulen anzumelden. Die endgültige Entscheidung über die Nutzung der Willkommensklassen wird in den kommenden Wochen erwartet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration