Schock am Sonntag in der Kirche St. Bonifatius in Worms: Unbekannte haben in das Weihwasserbecken uriniert, Bänke beschädigt und eine Beichtstuhltür aus den Angeln gehoben. Die Gemeinde erwägt nun drastische Schritte, bleibt aber vorerst tagsüber geschlossen.
Haken abgebrochen, Beichtstuhltür schief
Wie Propst Tobias Schäfer, leitender Pfarrer der Pfarrei St. Nikolaus Worms-Wonnegau, mitteilte, schlugen die Täter die Haken an den Bänken gewaltsam ab, die für Handtaschen gedacht waren, verkratzten die Bänke und hinterließen eine barocke Beichtstuhltür schief in den Angeln. Die Schäden wurden bereits am Sonntag entdeckt, Anzeige wurde erstattet. Zuvor hatte der SWR berichtet.
Unbekannte Flüssigkeit im Weihwasserbecken
Laut Polizei ist in der Anzeige von einer unbekannten Flüssigkeit im Weihwasserbecken die Rede, die jedoch nicht als Sachbeschädigung gilt. Die Höhe des Schadens ist unklar. „Viel tiefer aber als der materielle Schaden wiegt der Schock, dass heutzutage blindwütiger Vandalismus selbst vor einem Gotteshaus nicht Halt macht“, teilte Gemeindereferentin Martina Bugert mit, die als Seelsorgerin für die Gemeinde zuständig ist. In Absprache mit der Polizei bleibe die Kirche vorerst tagsüber geschlossen.
Videoüberwachung erwogen, aber keine gute Option
Schäfer sagte, solche Form von Vandalismus sei kein Einzelfall. Eine Videoüberwachung wird derzeit erwogen, sagte er, hält dies jedoch für keine gute Option. „Kirchen müssen Orte sein, wo jemand unbeobachtet einfach einmal beten oder eine Kerze anzünden kann und sollten nicht den Eindruck eines Hochsicherheitstraktes vermitteln“, so der Propst. Die Polizei ermittelt.



