Menschen altern, manche Tiere scheinen dem Verfall dagegen erstaunlich lange zu entkommen. Zwar ist keines von ihnen wirklich unsterblich, doch einige Arten verfügen über besondere biologische Fähigkeiten, mit denen sie Alterungsprozesse umgehen oder sich immer wieder regenerieren können.
Die unsterbliche Qualle
Als bekanntestes Beispiel gilt die Qualle Turritopsis dohrnii. Anders als andere Hydrozoen durchläuft sie ihren Lebenszyklus nicht bis zum Ende. Statt dauerhaft als erwachsene Meduse zu leben, kann sie sich in frühere Entwicklungsstadien zurückversetzen, schreibt PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer). Dabei sinkt sie als Zellball zu Boden und bildet erneut eine Polypenform aus. Möglich wird das durch einen besonderen biologischen Prozess, die sogenannte Transdifferenzierung, bei der spezialisierte Zellen in andere Zelltypen umgewandelt werden können. So beginnt der Lebenszyklus der Qualle immer wieder von vorn.
Überleben selbst ohne Wasser
Bärtierchen gehören zu den widerstandsfähigsten Lebewesen der Erde. Die mikroskopisch kleinen Tiere kommen in unterschiedlichsten Lebensräumen vor – von Hochgebirgen bis in die Tiefsee. Normalerweise benötigen sie eine dünne Feuchtigkeitsschicht. Fehlt diese, wechseln sie jedoch in einen Ruhezustand, die sogenannte Anhydrobiose. Dabei trocknen sie nahezu vollständig aus und stellen ihren Stoffwechsel fast komplett ein. Erhalten sie später wieder Wasser, können sie erneut aktiv werden. Selbst extreme Bedingungen überstehen sie auf diese Weise erstaunlich gut.
Hydra erneuert sich ständig
Auch Süßwasserpolypen der Gattung Hydra gelten als Kandidaten für biologische Unsterblichkeit. Sie besitzen eine außergewöhnliche Regenerationsfähigkeit und können verlorene Körperteile nachbilden. Unter Laborbedingungen zeigte sich zudem, dass ihre Sterbewahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter nicht anstieg. Statt altersbedingt abzubauen, erneuern sich die Tiere fortlaufend über ihre Stammzellen und vermehren sich häufig ungeschlechtlich.
Nicht wirklich unsterblich
Trotz ihrer besonderen Fähigkeiten können alle diese Tiere sterben, etwa durch Fressfeinde, Krankheiten oder Umweltbedingungen. Als „praktisch unsterblich“ werden sie bezeichnet, weil sie keine oder nur sehr geringe Anzeichen biologischer Alterung zeigen. Auch Axolotl und Grottenolme verfügen über bemerkenswerte Regenerationskräfte. Sie können Körperteile und teilweise sogar Organe nachbilden. Ob auch sie zu den biologisch unsterblichen Tieren gezählt werden können, ist jedoch bislang nicht abschließend geklärt. Bei Grottenolmen wurden selbst bei Tieren im Alter von über 100 Jahren kaum Alterserscheinungen beobachtet. Für eine endgültige Einordnung fehlen der Forschung jedoch noch ausreichende Daten.



