Die Sehnsucht nach Routine als Elternteil
Im Berufsleben schätzt unsere Autorin Abwechslung und neue Herausforderungen – doch mit der Geburt ihres Kindes hat sich diese Einstellung grundlegend geändert. „Sobald man Mutter oder Vater wird, wünscht man sich öde Routine“, schreibt sie. Paradoxerweise sei Routine im Familienalltag jedoch selten erreichbar. Die ständige Suche nach dem perfekten Ablauf, etwa beim Zubettgehen, führe oft zu Stress.
Der Kampf um die perfekte Gute-Nacht-Routine
Ein konkretes Beispiel: Als ihr Sohn acht Monate alt war, mühten sich die Eltern mit dem Aufbau einer Einschlafroutine ab. Fragen wie „Schlafsack anziehen oder erst vorlesen?“, „Vorlesen auf dem Sofa oder im Bett?“ und „Ist Einschlafstillen noch okay?“ bestimmten den Abend. Diese Unsicherheit sei typisch für viele Eltern, die sich nach festen Strukturen sehnen, aber oft an den unzähligen Optionen scheitern.
Warum Routinen Kinder und Eltern gleichermaßen stärken
Entwicklungspsychologen betonen, dass Routinen Kindern Orientierung und Sicherheit geben. Feste Abläufe reduzieren Stress und Konflikte, da Kinder wissen, was als Nächstes passiert. Für Eltern bedeuten sie weniger Entscheidungsdruck und mehr Entlastung im hektischen Alltag. „Routinen sind kein Zeichen von Langeweile, sondern von Fürsorge“, so eine Expertin. Sie ermöglichen es, dass Eltern und Kinder zur Ruhe kommen und wertvolle gemeinsame Zeit genießen.
Praktische Tipps für mehr Routine im Familienalltag
Um Routinen erfolgreich zu etablieren, empfiehlt es sich, kleine, wiederholbare Schritte einzuführen – etwa ein festes Lied zur Begrüßung am Morgen oder ein immer gleiches Abendritual. Wichtig sei, flexibel zu bleiben und nicht zu perfektionistisch zu sein. Denn letztlich gehe es nicht um starre Regeln, sondern um verlässliche Ankerpunkte, die allen Familienmitgliedern Halt geben.



