Am Geburtstag seines Vaters trank Michel Sutter 32 Glas Wein – und das mit gerade einmal 18 Jahren. Heute blickt der 45-Jährige auf eine lange Geschichte der Abhängigkeit zurück. Aufgewachsen als Kind zweier suchtkranker Eltern, geriet er selbst früh in den Strudel von Alkohol und Drogen. Zeitweise konsumierte er täglich bis zu zehn Liter Bier. Der Weg aus der Sucht war steinig, doch heute ist Sutter clean und engagiert sich in der Suchthilfe.
Die Kindheit im Schatten der Sucht
Michel Sutter wuchs in einem Umfeld auf, in dem Alkohol und andere Substanzen allgegenwärtig waren. Seine Eltern kämpften selbst mit Abhängigkeiten, was prägend für seine Entwicklung war. Bereits als Jugendlicher begann er, regelmäßig zu trinken. Mit 18 Jahren erreichte sein Konsum einen ersten Höhepunkt: Am Geburtstag seines Vaters konsumierte er 32 Gläser Wein. Dieses Ereignis war jedoch nur der Anfang einer langen Leidensgeschichte.
Der tägliche Kampf mit der Abhängigkeit
In den folgenden Jahren steigerte Sutter seinen Konsum weiter. Neben Alkohol griff er auch zu Drogen. Sein Alltag war geprägt von ständigem Verlangen und Entzugserscheinungen. „Ich bin überzeugt, dass ich jederzeit wieder süchtig werden kann – je nach Situation“, erklärt er heute. Diese Erkenntnis half ihm, seine Sucht zu verstehen und letztlich zu überwinden. Nach vielen erfolglosen Versuchen gelang ihm der endgültige Ausstieg.
Der Weg in die Cleanheit
Der Entschluss, clean zu werden, fiel nicht leicht. Sutter durchlief mehrere Entzugsbehandlungen und Therapien. Unterstützung fand er in Selbsthilfegruppen und bei professionellen Beratern. Heute ist er seit vielen Jahren abstinent. Seine Erfahrungen nutzt er, um anderen Süchtigen zu helfen. Er arbeitet in der Suchtberatung und hält Vorträge über seine Geschichte.
Hilfe für andere Betroffene
Michel Sutter ist überzeugt, dass Verständnis und Empathie entscheidend sind, um Süchtigen zu helfen. „Viele Betroffene fühlen sich allein und unverstanden. Ich möchte ihnen zeigen, dass ein Leben ohne Sucht möglich ist“, sagt er. In seiner Arbeit legt er Wert darauf, die individuellen Ursachen der Abhängigkeit zu ergründen. Sein Ansatz ist ganzheitlich: Er betrachtet nicht nur die Sucht selbst, sondern auch die zugrundeliegenden psychischen und sozialen Faktoren.
Ein Leben im Dienst der Suchthilfe
Heute ist Michel Sutter ein gefragter Redner und Berater. Er arbeitet mit verschiedenen Organisationen zusammen, die sich der Suchtprävention und -bekämpfung widmen. Sein Ziel ist es, das Bewusstsein für die Gefahren von Alkohol und Drogen zu schärfen und gleichzeitig Hoffnung zu geben. „Jeder kann den Ausstieg schaffen, wenn er die richtige Unterstützung erhält“, betont er. Seine eigene Geschichte ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass ein Neuanfang möglich ist.



