Bundestag und Bundesrat haben die umstrittene Gesundheitsreform verabschiedet. Ein Detail im Reformpaket sorgt nun für Aufsehen: Krankenkassen sind künftig nicht mehr verpflichtet, ihre Versicherten über Beitragserhöhungen zu informieren. Statt einer persönlichen Mitteilung erfahren die Betroffenen die Änderung erst auf dem Gehaltszettel. Finanztip-Herausgeber Hermann-Josef Tenhagen spricht von einem „versteckten Skandal“. Gemeinsam mit Thomas Kausch analysiert er die Neuerungen.
Wegfall der Informationspflicht
Bislang mussten Krankenkassen ihre Mitglieder schriftlich über geplante Beitragsanpassungen informieren. Diese Pflicht entfällt nun. Kritiker befürchten, dass Versicherte die Erhöhungen dadurch übersehen könnten. „Das ist ein versteckter Skandal“, sagte Tenhagen in einem Interview. Er betont, dass Transparenz für Verbraucher essenziell sei. Die Reform wurde von der großen Koalition mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD beschlossen.
Reaktionen und Auswirkungen
Verbraucherschützer zeigen sich alarmiert. Sie fordern eine Nachbesserung des Gesetzes. Die Bundesregierung verteidigt die Maßnahme hingegen als Bürokratieabbau. Tenhagen widerspricht: „Es gibt viel zu viele Krankenkassen, aber das ist der falsche Weg, um zu sparen.“ Die Änderung tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft. Versicherte sollten daher ihre Gehaltsabrechnungen künftig besonders aufmerksam prüfen.



