Lügen-Skandal um Arzt-Influencerin: Alina Walbrun wirbt für nicht existente Krankheit
Lügen-Skandal: Arzt-Influencerin wirbt für nicht existente Krankheit

Eine Medizinstudentin erklärt eine Erkrankung – und du vertraust ihr. Aber was, wenn diese Krankheit schlicht nicht existiert? Genau das ist Hunderttausenden Followern von Alina Walbrun (27) passiert, die auch als „Doc Alina“ auf Social Media bekannt wurde. Die Arzt-Influencerin hat auf Instagram für eine Krankheit geworben, die es schlicht nicht gibt. Und Geld dafür bekommen.

Die Falle: Ein professionell aufgesetztes Schein-Unternehmen

Walbrun wurde von einem angeblichen Pharmaunternehmen kontaktiert, das für eine neue Erkrankung namens „Chronische Erschöpfungsstörung Typ B“ warb. Gegen eine hohe fünfstellige Summe sollte sie die Krankheit auf ihrem Kanal bewerben. Was sie nicht wusste: Das Unternehmen war eine Fassade, aufgebaut von einem Team von Journalisten, die die Glaubwürdigkeit von Influencern testen wollten. Die Krankheit existiert nicht – sie wurde eigens für den Test erfunden.

Pharmaunternehmen buchen Influencer – warum?

Pharmaunternehmen setzen zunehmend auf Influencer, um ihre Produkte oder Krankheitsbilder zu bewerben. „Influencer erreichen eine junge Zielgruppe, die klassische Werbung oft meidet“, erklärt Dr. Markus Weber, Medienwissenschaftler. „Doch die Gefahr von Falschinformationen ist hoch, wenn Influencer nicht ausreichend prüfen, was sie bewerben.“ Walbrun ist kein Einzelfall. Laut einer Studie des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie haben 40 Prozent der Influencer im Gesundheitsbereich bereits für Produkte geworben, deren Wirksamkeit nicht belegt ist.

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Exklusiv bei BILD: Was Alina Walbrun zum Skandal sagt

Im exklusiven Interview mit BILD zeigt sich Walbrun reumütig: „Ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich hätte die Informationen gründlicher prüfen müssen. Ich wollte meinen Followern helfen, aber stattdessen habe ich ihr Vertrauen missbraucht.“ Sie betont, dass sie aus dem Vorfall gelernt habe und künftig nur noch für geprüfte Inhalte werben werde. „Ich übernehme die volle Verantwortung und entschuldige mich bei allen, die ich in die Irre geführt habe.“

Die Folgen: Vertrauensverlust und rechtliche Schritte

Der Skandal hat weitreichende Konsequenzen. Mehrere Follower haben Anzeige erstattet, und die Staatsanwaltschaft prüft ein Verfahren wegen Betrugs. Zudem hat Instagram Walbruns Account vorübergehend gesperrt. „Solche Vorfälle untergraben das Vertrauen in seriöse medizinische Aufklärung“, warnt Dr. Weber. „Influencer müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein.“

Der Fall zeigt, wie leichtgläubig selbst gebildete Menschen auf Social Media sein können. Walbrun, die Medizin im siebten Semester studiert, hätte die Faktencheck-Systeme ihres Fachs nutzen können. Stattdessen ließ sie sich von Geld blenden. Wie viel genau sie kassierte, ist nicht bekannt, aber Quellen sprechen von einer Summe im unteren sechsstelligen Bereich.

Was können Follower tun?

Experten raten, Gesundheitsinformationen von Influencern stets kritisch zu hinterfragen. „Prüfen Sie die Quellen, suchen Sie nach wissenschaftlicher Literatur und konsultieren Sie im Zweifel einen Arzt“, empfiehlt Dr. Weber. „Nicht alles, was in den sozialen Medien verbreitet wird, ist wahr.“

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