Lungenkrebs-Screening für Raucher: So kommen Sie an einen Termin
Lungenkrebs-Screening für Raucher: Termin bekommen

Seit April 2026 können starke Raucher und Ex-Raucher zwischen 50 und 75 Jahren in Deutschland ein jährliches Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-Computertomographie (NDCT) als Kassenleistung in Anspruch nehmen. Das Ziel ist es, Lungenkrebs früh zu erkennen und die Überlebenschancen zu verbessern. Hier sind die wichtigsten Informationen zu Berechtigung, Ablauf und Terminvereinbarung.

Wer ist für das Screening berechtigt?

Anspruch auf das Screening haben aktive und ehemalige starke Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang geraucht haben und mindestens 15 Packungsjahre aufweisen. Ein Packungsjahr entspricht dem Rauchen von 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr. Nach dem Rauchstopp erlischt der Anspruch im elften Jahr. Experten schätzen, dass etwa zwei Millionen Männer und Frauen in Deutschland berechtigt sind.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung erfolgt mittels Niedrigdosis-Computertomographie. Der Patient wird in eine Röhre geschoben, und das Gerät erstellt Schichtaufnahmen der Lunge. Tumore oder verdächtige Gewebeverdichtungen sind darauf gut erkennbar. „Die Untersuchung dauert nur Minuten und ist nicht sehr aufwendig. Es wird dabei auch kein Kontrastmittel gegeben“, erklärt Christian Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie der Universitätsmedizin Essen-Ruhrlandklinik und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

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Warum ist das Screening wichtig?

Jährlich erkranken in Deutschland laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung 57.000 Menschen an Lungenkrebs, 45.000 sterben daran. Rauchen ist der Hauptrisikofaktor. Lungenkrebs verursacht im Frühstadium meist keine Beschwerden und wird daher oft erst spät diagnostiziert. „Lungenkrebs ist eine sehr häufig vorkommende, aggressive Tumorart. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist Lungenkrebs jene bösartige Erkrankung, an der sie am häufigsten versterben“, sagt Taube. Aktuell werde Lungenkrebs meist erst in weit fortgeschrittenen Stadien entdeckt. „Er ist dann meist nicht mehr heilbar“, so Taube. Eine Analyse des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat gezeigt: Für aktive und ehemalige starke Raucher überwiegt der Nutzen des Screenings den möglichen Schaden.

Welche Risiken gibt es?

Die Untersuchung ist mit einer Strahlenbelastung verbunden. „Eine häufige Strahlenbelastung birgt auch ein gewisses Risiko für die Entwicklung von bösartigen Erkrankungen“, so Taube. Modellrechnungen zufolge entwickeln weniger als drei von 1000 Frauen und etwa einer von 1000 Männern aufgrund der Strahlenbelastung eine bösartige Erkrankung. Dem stünden aber fünf von 1000 Frauen und sechs von 1000 Männern gegenüber, die durch das Screening vor dem Tod durch Lungenkrebs bewahrt werden könnten. „Die Vorteile des Screenings stechen die möglichen Nachteile aus“, betont Taube. Ein weiterer Negativ-Effekt sind falsch-positive Befunde, die Unruhe und Anspannung auslösen können. Daher sei es wichtig, dass das Programm von geschulten Händen durchgeführt werde.

Wie komme ich an einen Termin?

Versicherte können sich an Internisten oder Allgemeinmediziner wenden, die an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmen. Der Arzt klärt den Anspruch ab, informiert und überweist an eine radiologische Praxis. „Am besten ist es zum jetzigen Zeitpunkt, erst mal mit seinem Hausarzt oder behandelnden Arzt zu sprechen“, rät Taube. Vielleicht habe sich dieser schon selbst für das Screening qualifiziert und könne die weiteren Schritte einleiten. „Oder er hat ein Netzwerk mit Kolleginnen und Kollegen, an die er sie weiterleiten kann“, so Taube.

Kann ich sofort einen Termin bekommen?

„Bis das neue Screening überall genutzt werden kann, ist noch etwas Geduld erforderlich“, erklärt Bernhard van Treeck, Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Grund für die Verzögerung: Die Genehmigungs- und Fortbildungsprogramme seien noch nicht abgeschlossen. Nicht nur die überweisenden Mediziner benötigen eine besondere Ausbildung und Zulassung, sondern auch die Radiologen. „Noch sind wir in dem Prozess, wo diese Zertifizierungen und Weiterbildungen erfolgen“, erklärt Taube. In naher Zukunft sollen dann hoffentlich viele niedergelassene Kollegen die Patienten in das Screening einschleusen.

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Wer führt die NDCT durch?

Die Früherkennung dürfen nur Fachärzte für Radiologie durchführen, die eine Spezial-Fortbildung zur Lungenkrebsfrüherkennung absolviert haben und im Jahr vor dem Screening mindestens 200 CTs der Lunge durchgeführt haben. Im ersten Jahr müssen sie mindestens 100, im zweiten mindestens 200 Lungenkrebsfrüherkennungen mittels NDCT durchführen und die Aufnahmen mit Software-Unterstützung auswerten.

Was passiert nach der Untersuchung?

Ist der Befund unauffällig, besteht ein erneuter Anspruch auf eine Niedrigdosis-CT nach zwölf Monaten. Ist der Befund kontroll- oder abklärungsbedürftig, muss ein weiterer Radiologe eines auf Lungenkrebs spezialisierten Zentrums die Aufnahmen ebenfalls beurteilen (Zweitbefunder). Erst- und Zweitbefunder klären dann gemeinsam das weitere Vorgehen. Bei einer Auffälligkeit, die höchstwahrscheinlich gutartig ist, geben sie eine gemeinsame Empfehlung für den Zeitpunkt der nächsten Untersuchung. Wird eine Auffälligkeit gefunden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Lungenkrebs hinweist, werden sofort weitere Schritte eingeleitet. Die Behandlung soll dann an einem auf Lungenkrebs spezialisierten Zentrum erfolgen.