RKI-Studie: Jeder dritte Erwachsene hat Probleme mit dem Durchschlafen
Eine aktuelle Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland unter Durchschlafstörungen leidet. Zudem berichtet etwa jeder Sechste von Einschlafproblemen. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt „Journal of Health Monitoring“ veröffentlicht und basieren auf Daten von über 27.000 Menschen ab 18 Jahren aus dem Jahr 2024.
Geschlechterunterschiede bei Schlafstörungen
Laut der Studie sind Frauen häufiger betroffen als Männer: 20 Prozent der Frauen haben Einschlafstörungen, 36 Prozent Durchschlafstörungen. Bei den Männern sind es 13 Prozent beziehungsweise 27 Prozent. Insgesamt leidet etwa jeder achte Erwachsene sowohl unter Ein- als auch unter Durchschlafstörungen.
Bildungsniveau als Risikofaktor
Die Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen formaler Bildung und Schlafqualität. Menschen mit niedriger Bildung sind häufiger von Ein- und Durchschlafstörungen betroffen als solche mit höherer Bildung. Das RKI erklärt dies mit erhöhtem Stress, einer größeren Wahrscheinlichkeit für körperliche oder psychische Erkrankungen und eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung bei geringerer Bildung. Diese Faktoren erhöhen das Risiko für Schlafprobleme.
Zunahme der Betroffenen
Im Vergleich zu einer früheren Studie (2008–2011), in der 30,3 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren Schlafstörungen hatten, ist der Anteil im aktuellen Untersuchungszeitraum 2024 auf 35,5 Prozent gestiegen. Die Forscher vermuten mehrere Ursachen für diese Zunahme:
- Vermehrte Mediennutzung, insbesondere abends
- Überlappende Krisen wie die Covid-19-Pandemie, der Klimawandel und drohende militärische Konflikte
Gesundheitliche Folgen und Handlungsempfehlungen
Anhaltende Schlafstörungen können die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität im Alltag deutlich beeinträchtigen. Die Autoren der Studie empfehlen Betroffenen, bei länger bestehenden Problemen ärztlichen Rat einzuholen. Insomnien gelten als Risikofaktor für weitere Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Fazit
Die RKI-Studie unterstreicht die hohe Verbreitung von Schlafstörungen in der deutschen Bevölkerung und zeigt soziale Ungleichheiten auf. Um die Gesundheit zu schützen, sollten Betroffene frühzeitig handeln und mögliche Ursachen wie Stress oder Medienkonsum reduzieren.



