Eine neue Auswertung von 16 Studien mit knapp zwei Millionen Teilnehmern deutet auf einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und einem erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs hin. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Frontiers in Nutrition“ veröffentlicht. Demnach hatten Menschen mit dem höchsten Konsum von rotem Fleisch ein um 16 Prozent erhöhtes relatives Risiko für die Krebserkrankung im Vergleich zu jenen mit dem niedrigsten Verzehr.
Lineare Dosis-Wirkung-Beziehung
Die Studie zeigte zudem einen linearen Zusammenhang: Mit jeder zusätzlichen 100 Gramm rotem Fleisch pro Tag stieg das relative Risiko um zehn Prozent. Einen bestimmten Schwellenwert, ab dem das Risiko sprunghaft ansteigt, fanden die Forscher nicht. Dies deutet darauf hin, dass bereits geringe Mengen das Risiko erhöhen können.
Verarbeitetes Fleisch ohne signifikanten Effekt
Anders fiel das Ergebnis für verarbeitetes Fleisch wie Wurst und Schinken aus. Hier werteten die Forscher elf Studien aus. Weder beim Vergleich zwischen hohem und niedrigem Konsum noch bei der Frage, ob mehr Konsum das Risiko stärker erhöht, fanden sie einen statistisch signifikanten Zusammenhang mit Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Ergänzung früherer Forschung
Die neue Untersuchung ergänzt frühere Arbeiten. So deutete eine Metaanalyse aus dem Jahr 2026 mit Daten von mehr als 1,8 Millionen Menschen darauf hin, dass Vegetarier ein um 21 Prozent niedrigeres Risiko für die Erkrankung haben als Fleischesser. Dies unterstreicht den möglichen protektiven Effekt einer fleischarmen Ernährung.
Einschränkungen der Studie
Die Studienautoren betonen jedoch, dass die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten. Die meisten Daten stammen aus Europa und den USA. Zudem handelt es sich überwiegend um Beobachtungsstudien auf Basis von Ernährungsfragebögen. Solche Studien zeigen zwar Zusammenhänge, beweisen aber nicht, dass rotes Fleisch die Ursache ist. Auch unterschieden sich die ausgewerteten Studien teils deutlich in ihrer Methodik. Daher sind weitere Forschungen nötig, um die genauen Mechanismen zu klären.



