Suchtexpertin fordert ADHS-Test für alle Suchtkranken
Suchtexpertin: Jeder Suchtkranke sollte auf ADHS getestet werden

Jeder vierte Suchtkranke leidet eigentlich unter einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), ohne es zu wissen. Viele Betroffene konsumieren Drogen, um ihre Symptome zu lindern, und geraten so in einen Teufelskreis der Abhängigkeit. Diese gefährliche Schieflage beleuchten Suchtexpertin Gaby Guzek (59) und ihre Tochter, die Schauspielerin Lisa Guzek (30), in ihrem gemeinsamen Buch „Suchtrisiko ADHS – Wenn das Gehirn nicht anders kann“ (Heyne).

Späte Diagnose verändert Leben

Lisa Guzek erhielt erst mit 26 Jahren die Diagnose ADHS. Die passenden Medikamente veränderten ihr Leben komplett. „Seit der Diagnose habe ich meine Internetsucht im Griff“, berichtet die 30-Jährige. Ihre Mutter, die Suchtexpertin, erklärt den Zusammenhang: „ADHS erhöht das Risiko für Süchte massiv, doch das wird viel zu spät erkannt und falsch behandelt.“

Forderung nach flächendeckenden Tests

Eigentlich müsste jeder Suchtkranke auf ADHS getestet werden, doch das geschieht nicht. Die gängige Suchtbehandlung greift bei ADHS-Betroffenen oft nicht. Gaby Guzek beklagt: „Der Medizinbetrieb ist betriebsblind. Es fehlt an übergreifendem Denken zwischen den Fachbereichen. Zwischen Medizin und Suchttherapie redet man erst recht nicht miteinander, jeder macht sein Ding. Darum ist der Zusammenhang zwischen ADHS und Sucht in der Praxis noch nicht angekommen.“

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Das Buch der beiden Autorinnen soll aufklären und Druck auf das Gesundheitssystem ausüben. „Jeder Suchtkranke sollte auf ADHS getestet werden“, fordert Gaby Guzek. Nur so könne eine wirksame Behandlung erfolgen und der Teufelskreis aus Symptomen und Sucht durchbrochen werden.

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