Pyrenäen: Wanderer nach Trinken von Gebirgswasser per Hubschrauber in Klinik
Wanderer in Pyrenäen nach Gebirgswasser per Hubschrauber in Klinik

Die französischen Behörden warnen Wanderer in den Pyrenäen eindringlich vor dem Trinken von Wasser aus Gebirgsflüssen, nachdem mehrere erkrankte Touristen per Hubschrauber in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Allein in den vergangenen Tagen wurden zwei Gruppen mit insgesamt neun Wanderern, die Wasser aus Bächen und Seen getrunken hatten, mit schwerem Brechdurchfall in die Klinik nach Tarbes geflogen, wie die Zeitung „Sud-Ouest“ berichtete. Tags zuvor waren bereits zwei weitere Wanderer betroffen.

Tägliche Notfälle durch verunreinigtes Wasser

Der Leiter der örtlichen Bergrettung, Sébastien Abbadie, erklärte gegenüber dem Sender Ici: „Wir haben jeden Tag Einsätze.“ Im Jahr 2025 habe es bereits über 50 Notfälle nach dem Konsum von Gebirgswasser gegeben. „Man sollte dieses Wasser nicht trinken, um solche Einsätze zu vermeiden.“ Die Rettungskräfte stehen damit vor einer wachsenden Herausforderung, denn viele Wanderer unterschätzen die Gefahren des scheinbar klaren und frischen Wassers.

Warum Gebirgswasser gefährlich ist

Die Präfektur der Hautes-Pyrénées betont, dass selbst klares Gebirgswasser nicht unbedingt trinkbar sei und schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen könne. Ursachen sind unter anderem Fäkalien von Tieren sowie menschliche Abfälle, die in die Gewässer gelangen. Wanderer sollten daher auf sichere Quellen wie Leitungswasser oder Wasser aus Flaschen zurückgreifen. Die Symptome einer Verunreinigung – vor allem Brechdurchfall – können schnell zu Dehydrierung führen und einen medizinischen Notfall auslösen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Filterflaschen als trügerische Sicherheit

Ein neues Phänomen bereitet den Rettungskräften zusätzliche Sorgen: Immer mehr Touristen nutzen Filterflaschen als Hauptlösung für ihre Wasserversorgung während Wanderungen und verzichten auf mitgebrachte Wasservorräte. Die Präfektur warnt jedoch, dass das Verwenden von Filterflaschen zum Trinken von Wasser aus Gebirgsbächen oder -flüssen nicht ausreiche, um das Wasser zu reinigen. Touristen sollten für jede Stunde einer Wanderung einen halben Liter Trinkwasser mitführen. Zum Nachfüllen ihrer Flaschen könnten sie die Wasserversorgung in Berghütten nutzen.

Wanderverein rät zur Vorsicht

Auch der französische Wanderverein warnt aufgrund möglicher mikrobiologischer Verunreinigungen vor dem Trinken von Wasser aus der Natur. Filterflaschen sollten nur im Notfall verwendet werden. Die Behörden appellieren an alle Wanderer, sich ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen und die Risiken von Gebirgswasser nicht zu unterschätzen, um lebensbedrohliche Notfälle zu vermeiden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration