10 Jahre Haft für Schaffner-Killer: Urteil im Fall Serkan Çalar
10 Jahre Haft für Schaffner-Killer Serkan Çalar

Das Landgericht Zweibrücken hat am Donnerstag, dem 9. Juli 2026, ein Urteil im Fall des getöteten Zugbegleiters Serkan Çalar gesprochen. Der Angeklagte Ioanni V. (26) wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Der 36-jährige Serkan Çalar war am 3. März 2025 in einem Regionalzug bei Kaiserslautern von dem Griechen angegriffen und so schwer verletzt worden, dass er noch am Tatort starb.

Hintergrund der Tat

Serkan Çalar war als Zugbegleiter bei der Deutschen Bahn beschäftigt und wollte an jenem Abend lediglich seine Arbeit verrichten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er Ioanni V. aufgefordert, seinen Fuß von einer Sitzbank zu nehmen. Daraufhin eskalierte die Situation: Der 26-Jährige schlug und trat mehrfach auf den Zugbegleiter ein, bis dieser bewusstlos am Boden lag. Çalar erlitt schwere Kopfverletzungen und starb noch im Zug.

Das Urteil und seine Begründung

Das Gericht folgte mit seinem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die zehn Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf eine mildere Strafe plädiert. In der Urteilsbegründung hob der Vorsitzende Richter hervor, dass der Angeklagte in Kauf genommen habe, dass sein Opfer durch die massiven Tritte und Schläge sterben könnte. „Es war eine brutale und völlig unnötige Gewalteskalation“, so der Richter. „Der Angeklagte hat aus nichtigem Anlass ein Menschenleben ausgelöscht.“

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Reaktionen auf das Urteil

Die Familie des Opfers zeigte sich nach der Urteilsverkündung erleichtert, aber auch tief getroffen. „Für uns ist nichts mehr, wie es war“, sagte ein Familienangehöriger. „Serkan war ein liebevoller Vater und Ehemann. Er hat nur seinen Job gemacht und dafür musste er sterben.“ Die Deutsche Bahn äußerte sich bestürzt über die Tat und bekräftigte ihr Engagement für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter. „Wir werden alles daran setzen, solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern“, erklärte ein Sprecher.

Bedeutung des Falls

Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und eine Debatte über die Sicherheit von Zugbegleitern und anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst ausgelöst. Nach Angaben der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gab es allein im Jahr 2025 über 300 registrierte Übergriffe auf Bahnmitarbeiter. „Dieses Urteil ist ein wichtiges Signal, aber es darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir mehr Prävention und bessere Schutzmaßnahmen brauchen“, sagte ein GDL-Sprecher.

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