Autopsie von Epstein-Helfer Siad: Keine Gewaltspuren, toxikologische Tests ausstehend
Autopsie bei Epstein-Helfer Siad: Keine äußerliche Gewalt

Autopsie ohne Hinweise auf Gewalt

Die Autopsie des verstorbenen Epstein-Vertrauten Daniel Siad hat keine Anzeichen für eine äußerliche Gewalteinwirkung ergeben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Nanterre mit. Siad war am Montagabend tot aufgefunden worden. Die Obduktion zeigte, dass er sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befand; es gebe Hinweise auf einen früheren Herzinfarkt. Eine toxikologische Untersuchung stehe noch aus.

Eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft erklärte gegenüber dem SPIEGEL, dass bei der toxikologischen Analyse Blut und sämtliche Organe untersucht würden, um zu klären, ob Siad eines natürlichen Todes gestorben sei. Auch die Möglichkeit, dass Medikamente oder toxische Substanzen seinen Tod beschleunigt haben könnten, werde geprüft. Wann die Ergebnisse vorliegen, sei noch offen.

Verbindungen zu Jeffrey Epstein

Daniel Siad hatte enge Verbindungen zum US-Investor Jeffrey Epstein, dem vorgeworfen wurde, Minderjährige und junge Frauen missbraucht zu haben. Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden – offiziell durch Suizid. Siad soll Epstein späteren Opfern vorgestellt haben und stand deshalb seit Monaten im Fokus der französischen Behörden. Fünf Frauen hatten Siad angezeigt, die Vorermittlungen liefen wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und Menschenhandels. Siad hatte die Vorwürfe stets bestritten; eine Anklage wurde nie erhoben.

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Seine Anwältin beteuerte am Mittwoch, dass er unschuldig gewesen sei. Offiziell reiste Siad jahrzehntelang als „Modelscout“ um die Welt und sprach Frauen an, denen er eine Karriere vor der Kamera versprach. Mehrere Models landeten jedoch bei Epstein, der sie teilweise missbrauchte. Dokumente des US-Justizministeriums belegen, dass Siad spätestens seit 2009 in Kontakt mit Epstein stand. Siad selbst gab an, er habe nicht gewusst, dass Epstein Frauen sexuell nötigte, sondern ihn für einen seriösen Vertreter der Modelbranche gehalten.

Spekulationen um den plötzlichen Tod

Der überraschende Tod Siads, bevor die Polizei ihn vernehmen konnte, heizt Spekulationen an. Er ist nicht der erste Verdächtige im Epstein-Komplex, der vor einem Prozess starb. 2019 nahm sich Epstein offiziell das Leben, und auch Jean-Luc Brunel, ein Agenturchef, der in die Machenschaften verwickelt gewesen sein soll, beging in Untersuchungshaft Suizid. Siads mutmaßliche Opfer zeigten sich entsetzt über seinen Tod.

Siad hatte Epstein Fotos und Maße von Frauen geschickt und sie ihm wie Ware angeboten. In einer Nachricht bezeichnete er sich selbst als „Fischer“, der für Epstein arbeitete. Die Staatsanwaltschaft Nanterre ermittelt nun weiter, um die genauen Todesumstände zu klären.

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