Ein 34-jähriger Bahn-Wachmann liegt nach einem brutalen Angriff im künstlichen Koma. Der Familienvater wurde am vergangenen Dienstag bei einer Fahrkartenkontrolle in einem Regionalzug der Deutschen Bahn von einem Fahrgast attackiert und bei voller Fahrt aus dem Zug gestoßen. Der Zug war zu diesem Zeitpunkt rund 120 km/h schnell. Der Wachmann erlitt schwerste Verletzungen, darunter multiple Knochenbrüche und innere Blutungen.
Vater schildert den Kampf um das Leben seines Sohnes
Der Vater des Opfers, Karl Keim, berichtet im Gespräch mit BILD von den quälenden Stunden auf der Intensivstation. „Mein Sohn liegt da, angeschlossen an Schläuche und Apparate. Die Ärzte geben uns wenig Hoffnung. Sie sagen, jeder Tag ist ein Kampf“, so Keim. Der 34-Jährige ist Vater eines zweijährigen Sohnes. „Sein größter Wunsch war es, mit seinem Kind zu spielen. Jetzt wissen wir nicht, ob er jemals wieder aufstehen kann“, fügt der Vater hinzu.
Verdächtiger nicht in Haft – Wut in der Bevölkerung
Der mutmaßliche Täter, ein 27-jähriger Mann mit mehreren Vorstrafen, wurde nach der Tat festgenommen, jedoch kurz darauf wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft sah keine Haftgründe. Diese Entscheidung sorgt in der Heimatstadt des Opfers für Empörung. „Das ist eine Katastrophe. Ein vorbestrafter Mann stößt einen anderen aus einem fahrenden Zug, und dann darf er wieder frei herumlaufen?“, sagt Robin Mühlebach, ein Freund der Familie. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags.
Freunde organisieren Spendenaktion
Freunde und Kollegen des schwer verletzten Wachmanns haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Familie finanziell zu unterstützen. „Die Krankenhauskosten sind enorm, und seine Frau kann nicht arbeiten, weil sie bei ihm ist“, erklärt Janine Wollbrett, eine langjährige Freundin. Bereits in den ersten Tagen kamen über 50.000 Euro zusammen.
Sicherheitsdebatte nach der Attacke
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von Bahn-Mitarbeitern auf. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, fordert mehr Schutz für Zugbegleiter und Sicherheitskräfte. „Es kann nicht sein, dass Mitarbeiter der Bahn bei ihrer Arbeit Leib und Leben riskieren müssen. Wir brauchen dringend Bodycams und mehr Präsenz von Sicherheitspersonal in den Zügen“, so Radek. Die Deutsche Bahn kündigte an, den Vorfall zu analysieren und Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen.



