Nach dem größten Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg hat eine Expertenkommission ihren Bericht vorgelegt. Rund 100.000 Menschen waren im Januar dieses Jahres von dem tagelangen Blackout betroffen. Die Kommission wurde Ende Januar vom Berliner Senat eingesetzt und präsentierte ihre Ergebnisse am Montag im Roten Rathaus. Ziel war es, Lehren aus dem Vorfall zu ziehen und Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung zu empfehlen.
Ursache: Brandanschlag auf Kabelbrücke
Der Stromausfall wurde durch einen mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf ausgelöst. Die Stromversorgung fiel für insgesamt 104 Stunden aus. Berlin rief daraufhin eine Großschadenslage aus. Viele Haushalte mussten mitten im Winter ohne Heizung und Strom auskommen.
Experten fordern bessere Vorbereitung
Die Kommission, bestehend aus dem Charité-Vorstandsvorsitzenden Heyo Kroemer, der früheren Bahn-Managerin Sigrid Nikutta, dem ehemaligen Berliner Feuerwehrchef Albrecht Broemme und dem früheren Brigadegeneral Uwe Nerger, betonte die Notwendigkeit eines verbesserten Schutzes der Bevölkerung. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte bereits kurz nach dem Blackout angekündigt, dass Abläufe optimiert werden müssten. Der Bericht enthält konkrete Handlungsempfehlungen für künftige Risiken.
Empfehlungen für die Zukunft
Die Experten schlagen unter anderem vor, die Notfallkommunikation zu verbessern, Notstromaggregate für kritische Infrastruktur bereitzustellen und die Zusammenarbeit zwischen Behörden zu intensivieren. Der Bericht soll als Grundlage für politische Entscheidungen dienen, um die Hauptstadt widerstandsfähiger gegen solche Ereignisse zu machen.



